Plädoyer

Die Legitimierung unserer Zeugenberichterstattung und Plädoyertätigkeit basiert auf praktischer Erfahrung sowie auf unserem Engagement Seite an Seite mit der Bevölkerung. Die Massnahmen erfolgen je nach den Umständen im Rahmen von öffentlichen oder vertraulichen Initiativen.

Genfer Denkmal Broken Chair wurde 1997 auf der Place des Nations errichtet, um den Kampf von HI gegen Antipersonenminen zu unterstützen

Genfer Denkmal Broken Chair wurde 1997 auf der Place des Nations errichtet, um den Kampf von HI gegen Antipersonenminen zu unterstützen | © HI

Die Plädoyertätigkeit ist ein Impulsgeber für unsere solidarischen Aktionen. In diesem Rahmen soll ein stabiles politisches Umfeld gefördert werden, um so die Lebensbedingungen zu verbessern und die Ausübung der Rechte unserer Begünstigten zu gewährleisten. Unsere Aktionen finden direkt auf internationaler Ebene statt. In den Ländern, in denen wir im Einsatz sind, motivieren wir die Menschen und die lokalen Organisationen dazu, ihre Stimme zu erheben. 

Ein paar Beispiele der Plädoyertätigkeit von Handicap International Schweiz

 

© S. Pierre / HI

Syrienkrise

Der Einsatz von Explosivwaffen in besiedelten Gebieten ist in den aktuellen Konflikten traurige gängige Praxis. Als Zeuge der Verwüstungen insbesondere in Syrien hat HI diese Auswirkungen im Mai 2015 in zwei Berichten dokumentiert : „Der Einsatz von Explosivwaffen in Syrien: ein tödliches Erbe“ und „Kobane: Die Falle der explosiven Kriegsmunitionsrückstände“. Mit diesen Dokumenten hat der Verein die Konfliktparteien aufgerufen, ihre Verpflichtungen gemäss humanitärem Völkerrecht einzuhalten und den Einsatz explosiver Waffen in besiedelten Gebieten sofort einzustellen.

© HI

Fahnen gegen die fehlende Schulbildung von kindlichen Minenopfern

Am internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr und zur Unterstützung von Antiminenprogrammen hat Handicap International die Staatengemeinschaft aufgerufen, die nötigen Finanzmittel und menschlichen Ressourcen bereitzustellen, um allen eine Schulbildung zugänglich zu machen. Auf der Mont-Blanc-Brücke in Genf wurden aus diesem Anlass vom 30. März bis 5. April 2015 Fahnen aufgezogen, die auf eine niederschmetternde Realität hinwiesen: Fast die Hälfte der zivilen Opfer von Minen und Kriegsmunitionsrückständen sind Kinder, und die meisten kehren nach ihrem Unfall nicht in die Schule zurück.

Beobachtungsposten für Streumunition

HI hat mit drei weiteren NRO den sechsten Bericht des Streubomben-Monitors  koordiniert. Dieser zieht eine jährliche Bilanz der Umsetzung des Oslo-Abkommens. Er hält die weltweiten Entwicklungen fest, die in Bezug auf das Verbot von Einsatz, Herstellung, Handel und Lagerung von Streumunition registriert wurden. Er liefert Informationen über die Verseuchung durch diese Waffen, die Säuberung und die Unterstützung der Opfer. Laut dem Bericht 2015 wurde zwischen Juli 2014 und Juli 2015 in fünf Ländern Streumunition eingesetzt: Libyen, Syrien, Sudan, Ukraine und Jemen. Alle diese Staaten haben das Abkommen nicht unterzeichnet. So hoch war der Einsatz seit Inkrafttreten des Abkommens im 2010 noch nie.

© J. de Tessières / HI

Für Behinderungen sensibilisieren

Handicap International Schweiz hat 2015 die Sensibilisierung der Schweizer Akteure der internationalen Zusammenarbeit für die Behinderung verstärkt. Mehrere Aktionen wurden durchgeführt und haben einen Prozess eingeleitet, der starkes Interesse auslöst. Für die Ausarbeitung der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2017-2020 haben wir an der Konsultation der Zivilgesellschaft teilgenommen, um den Platz und die Rechte der Personen mit Behinderungen zu verteidigen. Ausserdem haben wir mehrere Sitzungen mit den Mitgliedern der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert, um sie für das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, und waren an ihrer Jahreskonferenz mit einem Stand zum Thema Gesundheit präsent.

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UN-Sicherheitsrat erkennt die Rechte von Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten an
© Martin Crep / HI
Inklusion Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

UN-Sicherheitsrat erkennt die Rechte von Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten an

Zum ersten Mal überhaupt hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution über Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten verabschiedet. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für Menschen mit Behinderung, die in Krisensituationen besonders gefährdet sind und bei der humanitären Hilfe oft übersehen werden.

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“
© Abir Abdullah / HI
Rehabilitation

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“

In einer Ecke des Rehabilitationszentrums von Handicap International im Flüchtlingslager Ukhiya (Bangladesch) hüpft der 6-jährige Hamas auf einem grossen rosa Ballon herum. Obwohl ein kurzes Lächeln über sein Gesicht huscht, spielt er nicht weiter. Heute steht er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Redwanul, sein Physiotherapeut von Handicap International, wird gleich mit der Reha-Behandlung beginnen. 

Shahed kann es kaum erwarten, bis die Schule anfängt
©Oriane van den Broeck / HI
Inklusion

Shahed kann es kaum erwarten, bis die Schule anfängt

In Gaza führt Handicap International ein Projekt für inklusive Bildung durch. Nermeen und ihre 13-jährige Tochter Shahed erhalten auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Hilfe und psychologische Betreuung in der Schule sowie zuhause.