Plädoyer

Die Legitimierung unserer Zeugenberichterstattung und Plädoyertätigkeit basiert auf praktischer Erfahrung sowie auf unserem Engagement Seite an Seite mit der Bevölkerung. Die Massnahmen erfolgen je nach den Umständen im Rahmen von öffentlichen oder vertraulichen Initiativen.

Fahnen gegen die fehlende Schulbildung von kindlichen Minenopfern

Fahnen gegen die fehlende Schulbildung von kindlichen Minenopfern | © Handicap International

Die Plädoyertätigkeit ist ein Impulsgeber für unsere solidarischen Aktionen. In diesem Rahmen soll ein stabiles politisches Umfeld gefördert werden, um so die Lebensbedingungen zu verbessern und die Ausübung der Rechte unserer Begünstigten zu gewährleisten. Unsere Aktionen finden direkt auf internationaler Ebene statt. In den Ländern, in denen wir im Einsatz sind, motivieren wir die Menschen und die lokalen Organisationen dazu, ihre Stimme zu erheben. Nachfolgend ein paar Beispiele der Plädoyertätigkeit von Handicap International Schweiz:

Syrienkrise

Der Einsatz von Explosivwaffen in besiedelten Gebieten ist in den aktuellen Konflikten traurige gängige Praxis. Als Zeuge der Verwüstungen insbesondere in Syrien hat Handicap International diese Auswirkungen im Mai 2015 in zwei Berichten dokumentiert: „Der Einsatz von Explosivwaffen in Syrien: ein tödliches Erbe“ und „Kobane: Die Falle der explosiven Kriegsmunitionsrückstände“. Mit diesen Dokumenten hat der Verein die Konfliktparteien aufgerufen, ihre Verpflichtungen gemäss humanitärem Völkerrecht einzuhalten und den Einsatz explosiver Waffen in besiedelten Gebieten sofort einzustellen.

Fahnen gegen die fehlende Schulbildung von kindlichen Minenopfern

Am internationalen Tag zur Aufklärung über die Minengefahr und zur Unterstützung von Antiminenprogrammen hat Handicap International die Staatengemeinschaft aufgerufen, die nötigen Finanzmittel und menschlichen Ressourcen bereitzustellen, um allen eine Schulbildung zugänglich zu machen. Auf der Mont-Blanc-Brücke in Genf wurden aus diesem Anlass vom 30. März bis 5. April 2015 Fahnen aufgezogen, die auf eine niederschmetternde Realität hinwiesen: Fast die Hälfte der zivilen Opfer von Minen und Kriegsmunitionsrückständen sind Kinder, und die meisten kehren nach ihrem Unfall nicht in die Schule zurück.

Beobachtungsposten für Streumunition

Handicap International hat mit drei weiteren NRO den sechsten Bericht des Streubomben-Monitors koordiniert. Dieser zieht eine jährliche Bilanz der Umsetzung des Oslo-Abkommens. Er hält die weltweiten Entwicklungen fest, die in Bezug auf das Verbot von Einsatz, Herstellung, Handel und Lagerung von Streumunition registriert wurden. Er liefert Informationen über die Verseuchung durch diese Waffen, die Säuberung und die Unterstützung der Opfer. Laut dem Bericht 2015 wurde zwischen Juli 2014 und Juli 2015 in fünf Ländern Streumunition eingesetzt: Libyen, Syrien, Sudan, Ukraine und Jemen. Alle diese Staaten haben das Abkommen nicht unterzeichnet. So hoch war der Einsatz seit Inkrafttreten des Abkommens im 2010 noch nie.

Für Behinderungen sensibilisieren

Handicap International Schweiz hat 2015 die Sensibilisierung der Schweizer Akteure der internationalen Zusammenarbeit für die Behinderung verstärkt. Mehrere Aktionen wurden durchgeführt und haben einen Prozess eingeleitet, der starkes Interesse auslöst. Für die Ausarbeitung der Botschaft über die internationale Zusammenarbeit der Schweiz 2017-2010 haben wir an der Konsultation der Zivilgesellschaft teilgenommen, um
den Platz und die Rechte der Personen mit Behinderungen zu verteidigen. Ausserdem haben wir mehrere Sitzungen mit den Mitgliedern der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) organisiert, um sie für das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu sensibilisieren, und waren an ihrer Jahreskonferenz mit einem Stand zum Thema Gesundheit präsent.

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