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Was sind Streubomben?

Obwohl Streubomben nach der Streubombenkonvention von 2010 verboten wurden, wurden sie innerhalb der letzten 2 Jahre in mehreren Fällen bei Konflikten in Syrien, Jemen, Libyen und dem Sudan eingesetzt. Tausende Zivilistinnen und Zivilisten wurden dabei verletzt oder gar getötet. Die Zivilbevölkerung leidet unter der Bedrohung von Streubomben am meisten. Doch was genau sind diese Bomben eigentlich?

16. Schuhpyramide, Lyon 2010

16. Schuhpyramide, Lyon 2010 | (c) Handicap International

Funktionsweise von Streubomben

Eine Streubombe ist ein Behälter, gefüllt mit kleineren explosiven Teilen, den sogenannten Submunitionen. Dieser Behälter kann eine Box, Rakete, Granate oder etwas ähnliches sein. Von einem Flugzeug abgeworfen, oder vom Boden aus abgefeuert, öffnet der Behälter sich in der Luft und lässt die Submunitionen frei. Dadurch wird eine fast vollkommen willkürliche, riesige Fläche bombardiert.
Comment fonctionne une BASM

Wer produziert Streubomben?

16 Länder produzieren anscheinend noch Streubomben, darunter China, Russland und Israel. Die USA produzieren nicht mehr, behalten sich aber vor, das in Zukunft wieder zu tun. Insgesamt 59 Länder lagern mehrere Millionen Submunitionen weltweit. Die USA hat einen Lagerbestand von schätzungsweise 3 Millionen Submunitionen. Dagegen haben Deutschland, Frankreich, Italien und Grossbritannien, die die Konvention unterschrieben haben, kürzlich sämtliche Lagerbestände vernichtet.

BASM
Libyen, Streubomben
© U. Meisner / Handicap International

Die Zivilbevölkerung, die am schlimmsten betroffenen Opfer : langzeitbedrohung

Streubomben töten, verletzten, verstümmeln und verursachen schreckliche psychische Traumata. Bis zu 97% der registrierten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung – Anders gesagt: Fast alle Opfer sind Zivilistinnen und Zivilisten. Von den 97 % der betroffenen Zivilisten und Zivilistinnen sind über ein Drittel Kinder.

Bis zu 40% der Submunitionen explodieren beim Einschlag nicht. Entweder sind sie zu leicht oder der Boden zu weich oder ein technischer Fehler verhindert die Explosion. Da sie immer noch aktiv sind, sind diese Blindgänger nun genauso gefährlich wie Antipersonenminen. Sie können jederzeit explodieren. Sogar bei kleinsten Bewegungen. Sie machen ganze Gebiete unbewohnbar und verhindern eine Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben und vertreiben Menschen aus ihrer Heimat. Diese explosiven Waffen sind ein Gefahr für die Zivilbevölkerung und das auch manchmal noch Jahrzehnte nachdem der Konflikt beendet wurde.

Enfants victimes des BASM

Was besagt die Streubombenkonvention?

Die Konvention für das Verbot von Streubomben (Oslo Konvention) trat im August 2010 in Kraft. Unterschrieben wurde sie von 119 Staaten. Die Konvention verbietet Einsatz, Produktion, Handel und Lagerung von Streubomben. Ausserdem verpflichteten sich die unterzeichnenden Parteien dazu, Opferhilfe zu leisten und die kontaminierten Gebiete zu räumen.

Ein Bericht, der jedes Jahr von Handicap International mitverfasst wird, fasst jährlich zusammen, inwiefern die Oslo-Konvention umgesetzt wird. Die Ausgabe dieses "Streubomben Monitors 2016" (über den Zeitraum von Januar 2015 bis Juli 2016) stellt fest, dass in Syrien und im Jemen intensiv und wiederholt Submunitionen verwendet wurden : 76 Angriffe wurden offiziell seit September 2015 in Syrien verzeichnet, 19 Angriffe im Jemen seit März 2015.

In Genf symbolisiert der Broken Chair den Kampf gegen explosive Waffen und die Gewalt gegen die Bevölkerung in bewaffneten Konflikten. Dieses Monument wurde von Daniel Berset auf Anfrage von Handicap International erschaffen und steht für die Herausforderung an die internationale Gemeinschaft. Im März 2007 weitete Handicap International die Symbolik des Kunstwerks auch auf die Streubomben-Thematik aus, um den damals laufenden Prozess für ein Verbot von Streubomben zu unterstützten. Streubomben wurden schliesslich 2008 durch den Oslo-Vertrag verboten.

Laos – das am stärksten verseuchte Land der Welt

Laos ist das traurige Beispiel für die Langzeitbedrohung, die von den Submunitionen ausgeht. Obwohl Laos vor 40 Jahren, zwischen 1964 und 1973, das letzte Mal bombardiert wurde, verursachen die Blindgänger von damals immer noch schwere Unfälle und oft sind die Opfer Kinder.

Im Jemen: Submunitionen töten und verletzen die Zivilbevölkerung


“Yemen: Cluster Munitions Kill and Wound Civilians”, erklärendes Video über die Verwendung von Streubomben im Jemen, produziert von Human Rights Watch am 26. August 2015