Minen und andere Waffen

Landminen fordern weltweit alle zwei Stunden ein Opfer, und der zunehmende Einsatz von Explosivwaffen bei bewaffneten Konflikten in städtischen Gebieten hat für die Zivilbevölkerung verheerende Folgen. Handicap International entmint betroffene Gebiete, führt Aufklärungskampagnen durch und unterstützt die Opfer. Unser Ziel: unschuldige Männer, Frauen und Kinder retten – gemeinsam mit Ihnen!

Entminungsteam, Libanon

Entminungsteam, Libanon | © G. Dubourthoumieu / Handicap International

Um welche Waffen geht es bei unserer Kampagne?

Mines antipersonnel en AngolaLandminen in Angola
© H.Laurenge / Handicap International

Landminen sind meist im Boden oder in Bodennähe zu finden. Sie sollen töten oder verletzten und können schon bei der blossen Berührung durch einen Menschen oder ein Tier jederzeit explodieren.

Funktionsweise einer Streubombe

Streubomben werden aus der Luft oder vom Boden abgefeuert und bestehen aus einem Behälter (Rakete, Flugkörper) und manchmal aus mehreren kleineren Bomblets mit explosiver Streumunition. Bei Bodenkontakt wird die Streumunition herausgeschleudert und explodiert auf dem anvisierten Ziel.Streubomben werden aus der Luft oder vom Boden abgefeuert und bestehen aus einem Behälter (Rakete, Flugkörper) und manchmal aus mehreren kleineren Bomblets mit explosiver Streumunition. Bei Bodenkontakt wird die Streumunition herausgeschleudert und explodiert auf dem anvisierten Ziel.

Explosive Kampfmittelrückstände in Libyen
© B.Dautriche / Handicap International

Kampfmittelrückstände sind verschiedene Arten von abgefeuerter, abgeworfener oder anders eingesetzter Munition, die beim Einschlag nicht explodiert ist. Diese Blindgänger können auch Jahre nach Beendigung des Konflikts, bei dem die Munition eingesetzt wurde, jederzeit noch explodieren. Von der Bevölkerung werden Kampfmittelrückstände oft für harmlos gehalten, doch kann jede Berührung eine Explosion auslösen.

 Libyen, Hosam Attaeb  
© T.Mayer / Handicap International

Als leichte Waffen und Kleinwaffen werden tragbare tödliche Waffen bezeichnet, die mit einem explosiven Mechanismus einen Schuss auslösen, eine Patrone oder ein Projektil abfeuern.Handicap International unterstützt die Personen, die durch diese Waffen verletzt wurden.  

Auswirkungen von Explosivwaffen in der Welt zwischen 2011 und 2014

Dank Ihnen verändern wir den Alltag von Tausenden von Familien

1. Risikoaufklärung: Informieren, um Unfälle zu reduzieren

 
Im Irak schauen zwei Brüder Prospekte an, die das Team von Handicap International am Ende einer Sitzung abgegeben hat
© E. Fourt / Handicap International 

Unsere Teams arbeiten Hand in Hand mit den Gemeinden, um die Einwohner für die Risiken durch Blindgänger zu sensibilisieren. Sie erlernen Verhaltensweisen, die Leben retten können, indem sie ein unbekanntes Objekt nicht berühren, sich ihm nicht nähern, ein Warnkennzeichen anbringen, wenn sie eines sehen.

Mehr Informationen zu unserer Risikoaufklärungstätigkeit:

2. Entminung und Säuberung des Bodens für die Rückgabe an die Einwohner

Fatou, démineuse 
Fatou Diaw bei ihren Vorbereitungen für die Minenräumung. Bevor sie mit der Arbeit beginnt, zieht sie die Schutzausrüstung an und setzt ihren Helm auf
© J-J. Bernard / Handicap International

Die Aufgabe unserer Minenräumteams besteht darin, der einheimischen Bevölkerung die Freiheit eines sicheren Lebens zurückzugeben. Im Jahr 2014 galten noch 57 Länder und vier Gebiete als minenverseucht. Über 41 000 Personen, die Mehrheit von ihnen Zivilisten, wurden von Explosivwaffen getötet oder verletzt.

Aber es gibt Siege zu feiern! 2015 erklärte sich Mosambik nach 20 Jahren harter Arbeit als minenfrei! 16 millionen Quadratmeter wurden von Minen geräumt. Das entspricht einer Fläche von mehr als 2 000 Fussballfeldern.

Weitere Informationen über unsere Minenräumaktivitäten:

3. Hilfe für die Opfer

 
Projet Ubuntu Care, Kenia: Hilfe für den von Geburt an gehörlosen 15 jährigen Peter
© E. Cartuyvels / Handicap International        

Handicap International bietet Überlebenden von Explosivwaffenverletzungen und Personen mit Behinderungen sowie ihren Familien und Gemeinden medizinische Betreuung (psychosoziale Unterstützung und Vermittlung an Unterstützungsnetze) sowie Eingliederungshilfe. Sie werden dauerhaft begleitet, damit sie sich voll in ihre Familie und ihre Gesellschaft eingliedern können. Dieser Prozess der inklusiven Integration von Personen mit Behinderungen umfasst ihren Zugang zu Bildung, zu sozialen, beruflichen, sportlichen, bürgerlichen und kulturellen Aktivitäten. Die Organisation unterstützt auch die Regierungen, damit sie gemäss ihren Verpflichtungen im Rahmen der internationalen Verträge politische Massnahmen zugunsten der Minenopfer treffen.

Weitere Informationen über unsere Hilfe für die Opfer von Explosivwaffen:

Hier erfahren Sie mehr über unsere Aktivitäten:

4. Internationale Mobilisierung

Broken Chair rénovée
 Broken Chair © Handicap International

Handicap International hat sich mit seiner Erfahrung vor Ort und seinem Engagement an der Seite der Bevölkerung die Berechtigung zu seinen Zeugenberichterstattungs- und Plädoyer-Aktivitäten erworben. Der Verein setzt sich für die Förderung politischer Massnahmen zur Verbesserung der Lebensbedingungen von Personen mit Behinderungen und von Schutzbedürftigen und für deren Ausübung ihrer Rechte ein.

Der Broken Chair von Handicap International wurde am 18. August 1997 in Genf aufgestellt. Die monumentale Skulptur von Daniel Berset war ein Appell an die Staaten, im Dezember 1997 in Ottawa ein Übereinkommen über das Verbot von Landminen zu unterzeichnen. Im März 2007 beschloss Handicap International, die symbolische Kraft des Werks auf den Prozess der Ächtung von Streubomben auszudehnen. Mit dem Übereinkommen von Oslo wurden diese im Dezember 2008 verboten. Der Broken Chair steht weiterhin an seinem Platz und verkörpert heute den verzweifelten, aber würdigen Aufschrei der Bevölkerung, die von Explosivwaffen massakriert wird, wie sie heute immer noch in den meisten bewaffneten Konflikten in Wohngebieten eingesetzt werden. Diese Waffen bilden eine schlimme Bedrohung, denn 92 % der Opfer sind Zivilpersonen.

Hier erfahren Sie mehr über unsere internationale Mobilisierung:

"STOP BOMBING CIVILIANS" !