„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“ | Handicap International CH
Gehe zum Hauptinhalt
 
 

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“

Betroffenen Nothlife Rehabilitation
Bangladesh

Ibrahim ist einer von mehr als 600‘000 Rohingya, die vor der im August 2017 ausgebrochenen Gewalt in Myanmar geflohen sind. Er ist einer von vielen und hat bleibende Verletzungen erlitten. HI Physiotherapeutin Farhana arbeitet im Kutupalong Camp in Bangladesch, eines der grössten Flüchtlingslager der Welt.

Farhana et Ibrahim nach einer Physiotherapiesitzung

Farhana et Ibrahim nach einer Physiotherapiesitzung | © Philippa Poussereau / HI

 

Ibrahim kommt aus dem Staat Rakhine in Myanmar. Er musste während der Angriffe im August aus seinem Dorf fliehen. Auf der Flucht wurde er geschnappt, verprügelt und zum Sterben liegengelassen. Seine Wirbelsäule wurde dabei stark verletzt und nun spürt er die untere Hälfte seines Körpers nicht mehr.

 

Entdecken Sie den Erfahrungsbericht von Ibrahim

Farhana erzählt von ihren Treffen mit Ibrahim und den Fortschritten, die sie gemeinsam gemacht haben.

Das erste Mal, als ich Ibrahim getroffen habe, war es sehr schwer. Nachdem er mehrere Wochen im Bett liegen musste, unfähig sich zu bewegen, war er sehr frustriert und hatte alle Hoffnung verloren. Er war verschlossen, unkooperativ und hat nicht einmal versucht, sich aufzusetzen.

Während des ersten Treffens habe ich realisiert, wie drastisch sich Ibrahims Leben verändert hat. Einige Monate zuvor war er gesund und hatte einen eigenen Laden, der seine Frau und seine zwei Kinder versorgen konnte. Jetzt lag er in seiner Unterkunft und war komplett abhängig von seiner Familie. Ich wusste, dass wir eine lange gemeinsame Reise vor uns hatten und dass psychologische Unterstützung für ihn genauso wichtig wie physische Versorgung sein würde. 
Jetzt, zwei Monate später, freue ich mich immer, Ibrahim zu sehen. Ich weiss, wie wichtig meine Besuche für ihn sind. Wir machen zwar nur langsam Fortschritte, was normal ist, aber er ist sehr motiviert. Die Übungen, die ich ihm gezeigt habe, macht er sehr motiviert.

Letzten Monat hat Ibrahim einen Rollstuhl von HI gestellt bekommen. Seitdem arbeiten wir daran, seine Arme und den Rumpf zu stärken, damit er sich eigenständig fortbewegen kann. Seine Unterkunft selbstständig verlassen zu können, um ein paar Dinge einzukaufen oder mit Nachbarn zu plaudern, hat seine gesundheitliche Verfassung und Stimmung sehr verbessert. Wir lachen nun gemeinsam und reden über die Zukunft. 

Das war das erste Mal, dass ich mit Geflüchteten gearbeitet habe und teilweise waren die Bedingungen für mich sehr herausfordernd. Ibrahims Fortschritte zu sehen und den Unterschied, den meine Kollegen und ich in seinem Leben machen, motiviert mich jeden Tag. 

Ein Team aus 300 HI Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen sowie Freiwilligen kümmert sich darum, die dringendsten Bedürfnisse der Rohingya Flüchtlinge zu decken, seit die Krise im August 2017 ausgebrochen ist.

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

“Families do not have enough to pay for transport to the health centre”
© HI
Nothlife

“Families do not have enough to pay for transport to the health centre”

HI physiotherapist Rana Abdel Al explains her work with persons with disabilities in Lebanon since 2019. Among them, many were injured during the war in Syria.

HI leistet psychologische „Erste-Hilfe“
© P.Bared / HI
Nothlife

HI leistet psychologische „Erste-Hilfe“

Die Explosion am 4. August in Beirut hat eine ganze Bevölkerung traumatisiert. Innerhalb von zwei Wochen leisteten die HI-Teams fast 500 Menschen psychologische Nothilfe. 

HI leistet 500 Menschen erste Hilfe
©Tom Nicholson / HI
Betroffenen Mobilisierung Nothlife

HI leistet 500 Menschen erste Hilfe

Die Explosionen im Hafen von Beirut am 4. August haben viele Anwohner in Mitleidenschaft gezogen. Nada Baghdadi, 27, hat eine schwere Beinfraktur. HI-Freiwillige durchkämmen die Stadtviertel um Verletzte zu identifizieren, die Hilfe brauchen.