Indonesien: HI hilft den Opfern der Katastrophe

Nothlife Rehabilitation
Indonesien

Nach dem Erdbeben und Tsunami, die am 28. September 2018 die Provinz Sulawesi in Indonesien verwüsteten, unterstützt Handicap International gemeinsam mit der Organisation IFI heute die Betroffenen.

Die Physiotherapeuten gehen die Gegenden von Donggala, Sigi und Palu auf. Dort werden sie Reha-Behandlungen für mindestens 900 Verletzte bereitstellen

Die Physiotherapeuten gehen in die Gegenden von Donggala, Sigi und Palu auf. Dort werden sie Reha-Behandlungen für mindestens 900 Verletzte bereitstellen | © HI

Am 28. September wurde Indonesien von einem Erdbeben getroffen, kurz darauf folgte ein Tsunami. Diese beiden Katastrophen haben zum Tod von über 2'000 Menschen geführt und über 4'000 Menschen verletzt. Mehr als 68'000 Häuser wurden dabei zerstört oder beschädigt, und über 200'000 Menschen mussten fliehen. Noch immer hilft HI den Opfern der Katastrophe, in Zusammenarbeit mit der Partnerorganisation Ikatan Fisioterapis Indonesia (IFI) [1].

200'000 Menschen brauchen Hilfe

„Zwei Monate nach dem Erdbeben ist die Lage für zahlreiche Opfer immer noch sehr schwierig.“

„Tausende, die ihre Häuser verloren haben, leben immer noch in Notunterkünften, die nur aus Planen bestehen, oder schlafen in Zelten. 200'000 Menschen brauchen dringend Zugang zu Unterkünften, medizinischer Versorgung, ordentlichen sanitären Anlagen sowie zu physiotherapeutischer Behandlung. Viele Leute wurden am Knochenmark oder Kopf verletzt oder mussten amputiert werden und haben noch keine angemessene Behandlung erhalten. Es ist dringend notwendig, die rehabilitative Behandlung dieser Patienten sicherzustellen, damit keine dauerhaften Behinderungen entstehen.“

Cheria Noezar, Einsatzkoordinatorin für HI in Indonesien

Reha-Massnahmen für Katastrophenopfer

Am 24. und 25. November führte HI gemeinsam mit der Organisation IFI in Makassar City eine Schulung durch. Sudan Rimal ist Rehabilitationsexperte für HI in Nepal und brachte zwei Physiotherapeuten von IFI die spezielle Behandlung von Unfallopfern nach Katastrophen bei. Er zeigte ihnen, wie man den Stumpf nach einer Amputation massiert, wie man ein traumatisiertes Opfer begleitet usw. Nach dieser Schulung suchen die Physiotherapeuten die Gegenden von Donggala, Sigi und Palu [2] auf.  Dort werden sie Reha-Behandlungen für mindestens 900 Verletzte beretistellen und auch deren Familienmitgliedern die grundlegenden Übungen beibringen.

Hilfe für die Schutzbedürftigsten 

Darüber hinaus machen HI und IFI durch Hausbesuche ausfindig, wer die schutzbedürftigsten Menschen sind und überweisen sie an andere Partnerorganisationen [3], damit ihre Versorgung in allen Bereichen sichergestellt wird (Bildung, medizinische Leistungen etc.).

„Zahlreiche Menschen mit Behinderung in Palu kennen ihre Rechte nicht. Ihre Bedürfnisse werden nur allzu oft ignoriert und nicht ausreichend berücksichtigt. Wir treffen viele Menschen, die infolge des Erdbebens schwere Verletzungen aufweisen (Frakturen etc.), die aber keine Hilfe aufgesucht haben, weil dies unter ihren Angehörigen nicht als prioritär galt. Deshalb ist es für HI besonders wichtig, dass ihre Bedürfnisse mehr berücksichtigt werden.“

Cheria Noezar


[1] Ifi ist eine indonesische Organisation von Physiotherapeuten. Ausserdem arbeitet HI mit Difagana zusammen

[2] Die Dörfer Kabonga Besar, Loli Oge, Labuan und Labuan Bajo), Sigi (Pasaku, Pombewe, Sidera, und Bobo) und Palu City (Lolu und Tondo)

[3] CBM, ASB, etc.
 

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

10’000 Rohingya-Familien von Feuer im Flüchtlingslager in Bangladesch betroffen
© Philippa Poussereau/HI
Nothlife

10’000 Rohingya-Familien von Feuer im Flüchtlingslager in Bangladesch betroffen

Nach den verheerenden Bränden am 22. März 2012 in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch begrüsst eine gemeinsame Erklärung internationaler NGOs die Zusammenarbeit verschiedener Akteure bei ihren Bemühungen, den betroffenen Menschen zu helfen, und schlägt Massnahmen vor, die nach dem Brand umgesetzt werden sollen.

6 Jahre Krieg im Jemen: das Land durch endlosen Krieg verwüstet
© ISNA agency / HI
Minen und andere Waffen Nothlife Rehabilitation Stop Bombing Civilians

6 Jahre Krieg im Jemen: das Land durch endlosen Krieg verwüstet

Der seit 6 Jahren andauernde Krieg im Jemen hat die grösste humanitäre Krise der Welt verursacht. Das Ausmass der Zerstörung der Infrastruktur durch massiven Bomben- und Granatenbeschuss in bewohnten Gebieten sowie die Kontamination durch Sprengkörper sind enorme Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Seit 2015 vor Ort, fordert Handicap International die Staaten auf, Massnahmen gegen die verheerenden Langzeitfolgen des Einsatzes von Sprengstoffwaffen in bewohnten Gebieten zu ergreifen. Sie müssen den Entwurf des internationalen Abkommens unterstützen, der derzeit verhandelt wird.

Safa macht Fortschritte und träumt davon, zur Schule zu gehen
© Oriane Zerah / HI
Inklusion Rehabilitation

Safa macht Fortschritte und träumt davon, zur Schule zu gehen

Seit Safa, ein junges querschnittgelähmtes Mädchen, unser mobiles Team in der Region Herat in Afghanistan getroffen hat, hat die 14-Jährige schon viel erreicht.