Landminen: Ein integrierter Ansatz in der Opferhilfe

Inklusion

Vom 28. November bis zum 1. Dezember 2016 nahm Handicap International an der Konferenz der Mitgliedsstaaten des Minenverbotsvertrags in Chile teil. Wir nutzten die Gelegenheit, um unseren „integrierten Ansatz“ zur Minenopferhilfe vorzustellen. Elke Hottentot, Expertin im Bereich der Opferhilfe bei Handicap International, erklärt die damit verbundenen Herausforderungen.

Elke Hottentot, kurze blonde Haare, spricht ins Mikrofon zu den Gästen bei ihrem Vortrag über unseren integrierten Ansatz in der Opferhilfe

Unsere Expertin Elke Hottentot bei ihrer Präsentation über den integrierten Ansatz von Handicap International anlässlich der Staatenkonferenz in Chile | © Handicap International

„Um den integrierten Ansatz von Handicap International zu verstehen, muss man sich zunächst einmal Eines ins Gedächtnis rufen: dass die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags, der Konvention über Streumunition und des Übereinkommens über Konventionelle Waffen Verpflichtungen haben. Dazu zählt, dass sie verpflichtet sind, Gebiete räumen zu lassen, die mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht sind; die Lagerbestände an Minen und Streumunitionen zu zerstören und den Opfern dieser Waffen zu helfen. Dieser letzte Punkt steht nun im Mittelpunkt unseres Interesses.

> Spezielle Programme

Wir gestalten spezielle Programme zur Opferhilfe, zum Beispiel indem wir Prothesen und Orthesen anpassen und Überlebenden die von ihnen benötigte spezielle Hilfe zukommen lassen. Auch ermöglichen wir Kindern, die ihr Augenlicht oder einen Arm verloren haben, die Rückkehr zum Schulunterricht. Es ist ein Anfang, aber es ist nicht genug. Mithilfe des integrierten Ansatzes gehen wir einen Schritt weiter: Wir stellen sicher, dass Entwicklungspolitik und Entwicklungsprogramme die Opferhilfe mit berücksichtigen.

> Entwicklungspolitik verbessern

Wenn ein Geldgeber ein Entwicklungsprogramm im Bereich Gesundheit in einem Land unterstützt, das mit Minen und explosiven Kriegsresten verseucht ist – wie es beispielsweise in Laos der Fall ist –, dann sollte das Programm so geplant werden, dass es auch die Überlebenden und indirekten Opfer wie Familie oder Freunde miteinschließt. Wenn ein von Minen verseuchtes Land neue Gesundheitseinrichtungen baut, dann sollte es auch an überlebende Kinder denken und ländliche und isolierte Gebiete mit abdecken, wo normalerweise die meisten Minenopfer leben.

Da die Finanzierung und die Budgets für die Minenaktion, einschließlich der Opferhilfe, von Jahr zu Jahr kleiner werden, ist es umso wichtiger, Opferhilfe in die Entwicklungspolitik mit einzuschließen. Sobald ein Land minenfrei ist, wird die finanzielle Unterstützung spärlicher oder versiegt vollständig. Genau dies geschah in Mosambik nach Ende der Minenräumungsaktionen im letzten Jahr. Seit diesem Zeitpunkt sind die finanziellen Mittel stark gesunken. Doch die Opfer sind immer noch dort und benötigen immer noch Hilfe!

> Handicap International präsentiert den integrierten Ansatz

Anfang Dezember haben wir eine Präsentation bei der Konferenz des Minenverbotsvertrags in Santiago de Chile gehalten. Wir wollten damit die staatlichen Delegierten über den integrierten Ansatz in der Opferhilfe informieren und Empfehlungen abgeben, wie man diesen Ansatz umsetzen kann. Wir haben einen Leitfaden mit erfolgreichen Beispielen aus Laos, Kambodscha, Uganda und mehreren anderen Ländern vorgelegt. Darin zeigen wir, wie man den gleichberechtigen Zugang zu Leistungen sicherstellen kann, wie man eine gerechte und effektive politische Planung umsetzt und vieles mehr. Auch gehen wir darin auf die gängigsten Szenarien ein. Der Leitfaden, an dem wir 18 Monate lang gearbeitet haben, basiert auf Beratungen mit etwa 30 Staaten, die ihre Rückmeldungen in Fragebögen und bei Workshops abgegeben hatten.“

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