Broken Chair: Das Symbol von Handicap International in neuer Pracht

Broken Chair in Genf ist ein sehr bekanntes Denkmal. Aber was stellt es dar? Handicap International nimmt seine aktuelle Renovation zum Anlass, um der Öffentlichkeit den Kampf gegen die Explosivwaffen und die Gewalt an den Zivilbevölkerungen in bewaffneten Konflikten in Erinnerung zu rufen, die er symbolisiert. Mit Fotoausstellungen, Minenräumdemonstrationen und Schuhpyramide bietet Handicap International im ganzen Monat Juni ein spielerisches und pädagogisches Programm an.

Broken Chair

Broken Chair | (c) Genève Tourisme

Der vom Genfer Künstler Daniel Berset geschaffene Broken Chair symbolisiert eine der Kernaufgaben von Handicap International: den Kampf gegen die Gewalt an Zivilbevölkerungen in bewaffneten Konflikten. Er steht in Würde aufrecht, obschon ihm ein Bein fehlt, und erinnert an den Kampf der Opfer von Explosivwaffen in der ganzen Welt.

„Explosivwaffen werden derzeit in den meisten Konflikten auch in Siedlungsgebieten eingesetzt. Für die Bevölkerung bilden sie eine ernste Gefahr, denn 92% der Opfer sind Zivilisten! Diese Waffen töten, verletzen und vertreiben, sie zerstören die zivilen Infrastrukturen und verhindern die Versorgung mit humanitärer Hilfe“, betont Petra Schroeter, Geschäftsführerin von Handicap International Schweiz. „Zudem explodiert ein hoher Anteil dieser Waffen nicht beim Einschlag und bildet noch lange nach Ende der Kämpfe eine permanente tödliche Gefahr.“

Broken Chair steht auf dem Place des Nations in Genf gegenüber dem Sitz der Vereinten Nationen. Das Denkmal ist eine Herausforderung an der internationalen Gemeinschaft. Es erinnert sie an ihre Verpflichtungen, das internationale Völkerrecht einzuhalten und die Zivilisten vor dem Einsatz dieser Waffen zu schützen.

Broken Days: Ein spielerisches und pädagogisches Programm 

Anlässlich der Renovation des Broken Chair lädt Handicap International die Öffentlichkeit im Juni zu verschiedenen Events ein. Die Ziele: Darauf aufmerksam machen, dass Explosivwaffen Leben zerstören und dass es Möglichkeiten gibt, dagegen anzugehen!

  • Fotoausstellung am Quai Wilson vom 1. bis 30. Juni

Die Fotoausstellung öffnet den Blick auf den Kampf von Handicap International gegen diese barbarischen Waffen und auf die verstümmelten Männer, Frauen und Kinder in der ganzen Welt. Die Ausstellung führt Sie von Syrien bis Kolumbien und von Afghanistan bis Kambodscha auf eine Reise zwischen Fragilität und Kraft, Angeschlagenheit und Stabilität, Gewalt und Würde. Sie ergänzt die universelle Botschaft von Broken Chair gegen die bewaffnete Gewalt an Zivilpersonen und regt den Betrachter an, sich persönlich Gedanken über seine Verantwortung zu machen, das Inakzeptable abzulehnen und zu handeln. Sie ist auch eine Hommage an die Fotografen, die Profis, Amateure und Mitarbeitenden des Vereins, die sich vor Ort begeben haben und mit ergreifenden Bildern und Testimonials zurückgekehrt sind. 

  • Die Flaggen von Handicap International auf der Pont du Mont Blanc, vom 13. bis 19. Juni

Eine Woche lang werden auf der Pont du Mont Blanc acht Flaggen mit dem Bild von Broken Chair im Wind flattern.

  • Fotoausstellung zur Geschichte des Broken Chair, Place des Nations, vom 13. bis 19. Juni

Was ist Broken Chair? Warum steht er gegenüber der UNO? Die Fotoausstellung zeichnet die Geschichte von Broken Chair von 1997 bis heute nach.

  • Handicap International-Dorf, Rotonde du Quai du Mont-Blanc, 17. Juni

Sensibilisierung für die Feldarbeit von Handicap International für Menschen mit Behinderungen und im Kampf gegen Explosivwaffen und ihre Folgen. Mitglieder des Teams von Handicap International begleiten das Publikum und insbesondere Kinder von 8 bis 13 Jahren bei der Teilnahme an Spiel- und pädagogischen Workshops.

- Mit einer praxisnahen Übung auf einem mit explosiven Kriegsmittelrückständen verseuchten Areal kann man den Beruf des Minenräumers kennen lernen (alle verwendeten Minen und Munitionen sind inert oder Attrappen). 

- Man kann versuchen, sich in eine Person mit einer Behinderung zu versetzen, die sich im Rollstuhl oder mit einer Prothese zu einer Abgabestelle begeben muss, um dort ein Survival Kit abzuholen. 

- In einem Workshop können Videos mit Testimonials von Schützlingen in unseren Einsatzgebieten kommentiert werden.

- Schliesslich wird das Publikum eingeladen, ein Paar Schuhe in gutem Zustand mitzubringen und auf der Schuhpyramide zu deponieren. Die Schuhe werden später einem Genfer Hilfswerk übergeben.

Pyramide de chaussures
Die Schuhpyramide 

1 Juni 2016
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“
© Abir Abdullah / HI
Rehabilitation

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“

In einer Ecke des Rehabilitationszentrums von Handicap International im Flüchtlingslager Ukhiya (Bangladesch) hüpft der 6-jährige Hamas auf einem grossen rosa Ballon herum. Obwohl ein kurzes Lächeln über sein Gesicht huscht, spielt er nicht weiter. Heute steht er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Redwanul, sein Physiotherapeut von Handicap International, wird gleich mit der Reha-Behandlung beginnen. 

Shahed kann es kaum erwarten, bis die Schule anfängt
©Oriane van den Broeck / HI
Inklusion

Shahed kann es kaum erwarten, bis die Schule anfängt

In Gaza führt Handicap International ein Projekt für inklusive Bildung durch. Nermeen und ihre 13-jährige Tochter Shahed erhalten auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Hilfe und psychologische Betreuung in der Schule sowie zuhause. 

Entminung im Norden Libanons
©Oriane van den Broeck / HI
Minen und andere Waffen

Entminung im Norden Libanons

Seit 2011 entmint Handicap International Gebiete im Norden Libanons, deren Verseuchung noch aus Zeiten des Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 stammt. Die Bevölkerung soll nun endlich von der lauernden Gefahr befreit werden. Zwischen 2017 und 2018 haben die Minenräumteams 4'500 explosive Überreste zerstört. Insgesamt konnten schon 700'000 Quadratmeter Fläche entmint werden, das entspricht etwa 100 Fussballfeldern.