Gehe zum Hauptinhalt
 
 

Notfall Gaza: 250 verletzte Personen, die eine Rehabilitation benötigen

Nothlife
Palästina

Während die Bombardierung andauert, haben wir begonnen, psychologische Unterstützung zu leisten und verwundete Zivilisten zu identifizieren, die Rehabilitation benötigen.

Archivbild: Einer unserer Rehabilitationsfachleute kümmert sich um einen Verwundeten in Gaza im Jahr 2018

Archivbild: Einer unserer Rehabilitationsfachleute kümmert sich um einen Verwundeten in Gaza im Jahr 2018 | © Hardy Skills / HI

Sehr angespannte Situation

"Die Situation bleibt sehr angespannt", erklärt Laurent Palustran, unser Leiter für Gaza. "Die Bombardierungen gehen weiter und unsere Teams arbeiten noch immer. Anhand mehreren Situationsanalysen konnten wir immer mehr Bedürfnisse identifizieren."

In der vergangenen Woche hat die Gewalt im Gaza-Streifen nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 200 Tote und mehr als 1'400 Verletzte gefordert. Hunderte von Gebäuden und Häusern wurden getroffen, wodurch viele der 2 Millionen Einwohner obdachlos wurden. Nach Berichten des UNRWA[1] haben derzeit mehr als 48’000 Menschen innerhalb des Gaza-Gebietes ihr Zuhause verlassen müssen (IDP). Von diesen haben wir mehr als 250 identifiziert, die Rehabilitation benötigen.

"Viele Leute waren verletzt", erklärt Laurent. "Sie wurden schnell operiert, aber es kann kurz- und langfristige Folgen ihrer Verletzungen geben, besonders für diejenigen, die behindert bleiben werden."

Psychologische Unterstützung

Unsere Teams leisten bereits seit über einer Woche psychologische Unterstützung für die von der Gewalt Betroffenen im Gazastreifen. Sie werden bald in der Lage sein, ssRehabilitationsmassnahmen durchzuführen.

"Es gibt psychologische Traumata, die bleiben werden", erklärt Laurent. "Es ist wichtig, die psychische Gesundheit zu unterstützen. Die Bevölkerung durchlebt ein kollektives Trauma."

Um der grossen Zahl von Vertriebenen zu helfen, wurden 58 von der UNWRA[1] betriebene Schulen geöffnet, um diejenigen aufzunehmen und unterzubringen, die ihre Häuser verloren haben oder gezwungen wurden, sie zu verlassen. Angesichts der anhaltenden Bedrohung durch die COVID-19-Pandemie und der Tatsache, dass der Bevölkerung derzeit keine Impfstoffdosen zur Verfügung stehen, ist jedoch mit einem Anstieg der positiven Fälle zu rechnen.

Sich vor COVID-19 schützen

"Die Familien kommen, um Schutz zu suchen, aber sie haben nichts, um sich vor COVID-19 zu schützen", sagt Laurent. "Wir sprechen von 50’000 Menschen in den etwa 50 Schulen, die eröffnet wurden - das sind etwa 1000 Menschen pro Schule. Die Leute tragen keine Masken und leben sehr nahe zusammen. Das Risiko ist sehr hoch."

Um die Hygienebedürfnisse von gefährdeten Menschen zu erfüllen, bereiten wir die Verteilung von Präventionskits (IPC-Kits) vor. Dazu gehören lebenswichtige Artikel wie Seife, Desinfektionsmittel, Hand-Gel, Handschuhe, Shampoo, Waschmittel, Toilettenpapier und Damenbinden sowie präventive Informationen über das Virus.

Blindgänger: eine Gefahr für die Zivilbevölkerung

Während sich die internationalen Rufe nach einem Waffenstillstand mehren, ohne dass zum jetzigen Zeitpunkt konkrete Ergebnisse in Aussicht stehen, erinnern wir daran, dass selbst bei einem schnellen Ende der Bombardierungen die Gefahr von explosiven Überresten für die Zivilbevölkerung bestehen bleibt. 

Laurent warnt: "Es ist möglich, dass einige der abgefeuerten Raketen noch nicht explodiert sind, so dass es nicht explodierte Überreste des Krieges geben könnte."

Unsere Mitarbeiter sagen, dass sie schockiert sind von der Gewalt, die sie täglich sehen und hören. Am Montagabend fielen Bomben neben unseren Büros. Glücklicherweise sind unsere Mitarbeiter in Sicherheit und arbeiten weiterhin im gesamten Gazastreifen, um in dieser anhaltenden Krise den Opfern zu helfen.

[1] United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees

20 Mai 2021
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Haiti: Ein Monat nach dem Erdbeben
© R.CREWS/ HI
Nothlife

Haiti: Ein Monat nach dem Erdbeben

Einen Monat nach dem Erdbeben im Südwesten Haitis, ist der Bedarf an humanitärer Hilfe nach wie vor immens. Über 2'000 Menschen starben und 650'000 sind auf lebenswichtige Unterstützung angewiesen.

Afghanistan: Wir setzen unsere Projekte für besonders schutzbedürftige Menschen fort
© Jaweed Tanveer / HI
Nothlife

Afghanistan: Wir setzen unsere Projekte für besonders schutzbedürftige Menschen fort

Wir haben die meisten Projekte für besonders schutzbedürftige Menschen in Afghanistan nach einer Unterbrechung von wenigen Tagen wieder aufgenommen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist enorm in diesem Land, das durch einen jahrzehntelangen Konflikt verwüstet ist und zu einem der schlimmsten verminten Ländern weltweit gehört. Heute haben 80 Prozent der afghanischen Bevölkerung in irgendeiner Form eine Beeinträchtigung, und mehr als 2,5 Millionen Erwachsene (14 Prozent) leben mit einer schweren Behinderung.
 

Ankunft unseres Notfallteams in Haiti
© R. Crews / HI
Nothlife

Ankunft unseres Notfallteams in Haiti

Die Mitglieder unseres Notfallteams erklären, wie wichtig eine gründliche Vorbereitung vor dem Einsatz ist – gerade auch in der Nothilfe.