Humanitäre Hilfe in Syrien gefährdet

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In einem Monat läuft die Resolution zur grenzüberschreitenden humanitären Hilfe nach Syrien aus. Verschiedene Hilfsorganisationen, darunter Handicap International, warnen vor einer drohenden humanitären Katastrophe, wenn der UN-Sicherheitsrat die Resolution nicht vor ihrem Auslaufen verlängert. Mehr als eine Million Menschen wären dann von der Versorgung mit lebenswichtiger humanitärer Hilfe abgeschnitten.

Distribution de nourriture et de produits de première nécessité

Distribution de nourriture et de produits de première nécessité | © G. Dubourthoumieu / HI

Die Folgen einer Nichtverlängerung der Resolution wären schwerwiegend. Die UNO sähe sich dann gezwungen, ihre Tätigkeiten einzustellen. Momentan versorgt das UN-Welternährungsprogramm monatlich 1,4 Millionen Syrer*innen mit Lebensmittelkörben. Sollte der Sicherheitsrat eine Erneuerung der Resolution nicht unterstützen, wären die bestehenden Vorräte bis September 2021 aufgebraucht.

Wir und die anderen Hilfsorganisation wären nicht in der Lage, die Lücke zu schliessen und Hilfe im gleichen Umfang zu leisten, sodass die Lebensmittelversorgung für über eine Million Syrer*innen wegfallen würde.

Humanitäre Bedürfnisse in Syrien steigen weiter

Heute, zehn Jahre nach Beginn des Konflikts, kämpfen die Syrer*innen mit einem Rekordniveau an Ernährungsunsicherheit und wirtschaftlicher Not. Im Jahr 2020 stieg der humanitäre Bedarf um 20 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Beginn der Krise. Zusätzlich sind die Menschen in Syrien dem Risiko von Covid-19 ausgesetzt. Die Krankheit breitet sich mit alarmierender Geschwindigkeit aus und die Gesundheitsinfrastruktur reicht nicht aus, um wirksam darauf zu reagieren.

Trotz der steigenden Bedürfnisse hat der Sicherheitsrat in den letzten 18 Monaten zweimal dafür gestimmt, den humanitären Zugang zum Land einzuschränken. Es gibt nur noch einen Grenzübergang, um die lebenswichtigen Güter der UNO in den Nordwesten Syriens zu bringen. Der Nordosten des Landes ist sogar komplett abgeschnitten.

Schwieriger Zugang zum Nordwesten

Die humanitäre Hilfe und die Covid-19-Impfkampagne im Nordwesten des Landes sind gefährdet, weil nur noch ein einziger Grenzübergang zu einem Nachbarland geöffnet ist.

Trotz eines im März 2020 vereinbarten Waffenstillstands wurde vor drei Monaten der einzige verbleibende Übergang (Bab al-Hawa) angegriffen. Die anhaltende Gewalt könnte die 2,8 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, vom letzten verbliebenen Zugang zu Nahrungsmitteln, Impfungen und anderen wichtigen Gütern abschneiden.

Alarmierender Mangel an Medikamenten im Nordosten

Die Entscheidung des Sicherheitsrates im Januar 2020, den Zugang der UNO zum Nordosten Syriens über den Grenzübergang Al-Yaroubiyah zu stoppen, hatte fatale Folgen. Seit die UNO keinen Zugang mehr hat, konnten nur wenige medizinische Güter auf alternativen Routen in die Region gebracht werden. Darum sehen sich die Gesundheitseinrichtungen mit einem Mangel an Medikamenten, Schutzausrüstung und Beatmungsgeräten konfrontiert, die im Kampf gegen Covid-19 notwendig sind. Im Flüchtlingslager Al-Hol können rund 30 Prozent der Patienten mit chronischen Krankheiten nicht behandelt werden, weil keine Medikamente zur Verfügung stehen.

Wir fordern den Sicherheitsrat daher auf, eine Resolution zu verabschieden, die die grenzüberschreitende Hilfe für weitere 12 Monate genehmigt und die geschlossenen Übergänge Bab al-Salam im Nordwesten und Al-Yaroubiyah im Nordosten wieder öffnet. Nur so können wir lebenswichtige Hilfe für die Syrer*innen leisten, wo immer sie sich befinden, und wirksam auf die Covid-19-Pandemie reagieren.

Die gemeinsame Pressemitteilung finden Sie hier.

Unterzeichnet durch : 
Handicap International – Humanity & Inclusion 
Save the Children
International Rescue Committee
CARE International
Mercy Corps
World Vision
Norwegian Refugee Council
MedGlobal
Relief International
Syrian American Medical Society (SAMS)
Syria Relief and Development
Syria Relief
GOAL USA
Bonyan Organization
Social Development International SDI
Syrian Expatriate Medical Association (SEMA)
Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM)
The Syrian Center for Media and Freedom of Expression (SCM)
Ihsan Relief and Development
International Humanitarian Relief- IHR
Kareemat Center
Violet Organization for Relief and Development
IYD Humanitarian Relief Association
Bousla Development & Innovation i Numbers as of June 7th from the EWARN Task Force

18 Juni 2021
Einsatzländer

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Nadia Ben Said
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