Hurrikan Matthew: „Wir haben kein Dach mehr, keine Ernte, nichts!“

Nothlife
Haiti

Les Cayes, die Hauptstadt des Departements Sud, ist eine der am schlimmsten vom Hurrikan Matthew betroffenen Wohngegenden. Seit der Sturm am 4. Oktober über Haiti hinwegfegte, schwanken die Einwohnenden der ländlich geprägten Stadtviertel zwischen Widerstandsfähigkeit und Schicksalsglaube hin und her. Langsam richten sie sich wieder von der Katastrophe auf.

Inès Virgile vor ihrem Haus, das vom Hurrikan zerstört wurde | © B.Almeras / Handicap International

Fonfrède ist eines der ländlichen Viertel der Stadt Les Cayes. Es erstreckt sich entlang des Flusstals der Ravine du Sud, dem grössten Fluss der Region. So war es dem Hurrikan Matthew besonders schwer ausgesetzt, der vor einer Woche durch die Stadt fegte. Die Landschaft ist schwer von der Katastrophe gekennzeichnet worden. Entwurzelte Bäume, überschwemmte Felder und eingerissene Dächer zeugen von der Gewalt der Elemente, die über das Viertel hereingebrochen sind.

Nun versucht die Bevölkerung, wieder ein einigermassen normales Leben aufzunehmen. An den Hausdächern schuften die jungen Leute, um neue Blechdächer anzubringen. Draussen spielen die Kinder miteinander, nachdem ihr Schultag beendet ist.

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Eine unsichere Zukunft

Ines Virgile ist 32 Jahre alt. Sie wohnt schon immer in Fonfrède, wo sie als Mutter von fünf Kindern eine Horrornacht durchstehen musste, als der Hurrikan alles zerstörte. Davon zeugt auch der Baum, der auf das Hausdach gestürzt ist. Die Mutter erzählt uns mit zu Bodem gerichteten Blick von besagter Nacht:

„Da waren diese starken Windböen und der Regen… so etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich dachte, dass unsere Stunde gekommen wäre, dass das das Ende wäre. Wir wussten nicht, wo wir Schutz suchen sollten, also blieben wir bei uns zu Hause. Als das Hausdach über uns einbrach, mussten wir bei einem Nachbarn Zuflucht suchen. Doch wir konnten nicht bleiben, es ist einfach zu kompliziert mit fünf Kindern. Wir wollten unseren Nachbarn nicht zur Last fallen. Jetzt sind wir zurück. Wir haben kein Dach mehr über dem Kopf, keine Ernte, nichts.“

Während sie ihre Geschichte erzählt, schliesst Ines ihr jüngstes Kind noch enger in die Arme. Für sie und für weitere Bewohnende von Fonfrède ist der Hurrikan nach wie vor in den Köpfen geblieben… und die Zukunft schien noch nie so unsicher wie heute.

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