Haiti

Am 12. Januar 2010 zerstörte ein Erdbeben weite Teile Haitis.  230'000 Menschen starben, mehr als 300'000 wurden verletzt. Unsere Teams waren bereits vor Ort und konnten den Betroffenen sofort helfen. Der folgende Nothilfeeinsatz wurde zum grössten in der Geschichte von Handicap International. Die Massnahmen sind heute in langfristige Entwicklungsprojekte übergegangen.

© William Daniels / HI

Laufende aktivitäten

Am 4. Oktober 2016 verwüstete ein Hurrikan das Land. Über 2 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Wir sendeten zwei Teams nach Les Cayes, um die Lage vor Ort zu evaluieren, den Zustand der Krankenhäuser und Rehabilitationszentren zu bewerten und Rollstühle, Krücken und weitere Gehhilfen  zu liefern. Ausserdem bieten die Teams bis heute Rehabilitationsmassnahmen und psychologische Unterstützung für die Betroffenen an.

Wir organisierten die Verteilung von 1'000 Notfallkits (Diese beinhalten unter Anderem einen Werkzeugsatz, Seile und Planen), um den Menschen Schutz und eine angemessene Lebensgrundlage zu bieten. Des Weiteren verteilten die Teams Hygiene-Kits und wichtige Haushaltsgegenstände, um die Ausbreitung von Epidemien zu begrenzen. In den Städten Les Cayes und Jérémie wurden Logistikplattformen eingerichtet, in denen die Lieferungen humanitärer Hilfe an die Menschen in schwer zugänglichen Gebieten über den Land- oder Seeweg vereinbart und verwaltet werden. Schliesslich beraten die Teams andere humanitäre Akteure vor Ort und sorgen dafür, dass diese auch die am stärksten gefährdeten Menschen (Familienvorstände, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung) berücksichtigen und diesen ebenfalls die Möglichkeit geben, von den Leistungen zu profitieren. Auch im Zuge des Erdbebens vom 12. Januar 2010, bei dem mehr als 230'000 Menschen ihr Leben verloren, waren unsere Teams bereits im Einsatz. Dieser zeigte signifikante Ergebnisse: mehr als 90.000 Menschen wurden rehabilitativ behandelt, mehr als 1'400 Helfende wurden vernetzt und 5'600 Mobilitätshilfen wurden an Verletzte und Menschen mit Behinderung verteilt.

Vor dem Erdbeben gab es in ganz Haiti nur 13 examinierte Fachkräfte für Physiotherapie. Die Förderung der Rehabilitationsberufe und die Ausbildung der Pflegekräfte für Rehabilitation  sind deshalb zwei der Schwerpunkte unserer Arbeit vor Ort. Wir ergänzen ausserdem die Ausbildung anderer Fachkräfte für Reha-Technik, die nicht am offiziellen Ausbildungsgang teilgenommen haben. Darüber hinaus fördern wir den Zugang zu qualifizierten Rehabilitationsdiensten und leisten  einen – vor allem organisatorischen und technischen – Beitrag zur Verbesserung den Gesundheitsstrukturen.

Einige unserer Projekte helfen besonders schutzbedürftigen Menschen, vor allem Menschen mit Behinderung, sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten und sich vor ihnen zu schützen. Unsere Teams sensibilisieren und trainieren dazu vor allem die Verantwortlichen – Behörden, Sicherheitsdienste, Projektpartnerinnen und Projektpartner - damit sie die besonders schutzbedürftigen Menschen in ihre Massnahmen einbeziehen.

Ausserdem begleiten wir mehr als 200 Menschen mit Behinderung in Port-au-Prince, damit diese eigenständig ihren Lebensunterhalt verdienen und für ihre Familien sorgen können. Wir unterstützen Menschen mit Behinderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit und sensibilisieren sowohl die Bevölkerung als auch die Verantwortlichen  für deren (ungenutztes) Potential.

Um die Sicherheit im Strassenverkehr in Haiti zu erhöhen, sensibilisieren wir die Bevölkerung für die Gefahren des Strassenverkehrs und fördern den Zugang von Menschen mit Behinderung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Neueste aus den projekten

8 Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fussball!
© Fred Mogin / HI
Betroffenen Rehabilitation

8 Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fussball!

Am 12. Januar 2012 wurde Haiti von einem Erdbeben getroffen. Mehr als 200.000 Menschen wurden getötet und viele verletzt. Moïse, damals vier Jahre alt, hat sein linkes Bein verloren. Dank der Unterstützung von Handicap International (HI) hat er eine Prothese und Reha-Massnahmen erhalten. Supported by the organisation for the last eight years, Moïse is now fighting fit. Mithilfe der Unterstützung von HI während der letzten acht Jahre, ist Moise heute nicht mehr zu stoppen!

Hurrikan  Irma: An die Schutzbedürftigsten denken
© Pierre Thieler / Handicap International
Nothlife

Hurrikan Irma: An die Schutzbedürftigsten denken

Während Hurrikan Irma seinen Weg Richtung Kuba fortsetzt, scheint die Situation in Haiti nicht so kritisch zu sein, wie anfangs befürchtet. Handicap International könnte am Samstag ein Team aussenden, um sich nach ersten Einschätzungen der Bedürfnisse um die Schutzbedürftigsten zu kümmern.

Hurrikan Irma: Handicap International hält sich für Nothilfeinsatz in Haiti bereit
© B.Almeras / Handicap International
Nothlife

Hurrikan Irma: Handicap International hält sich für Nothilfeinsatz in Haiti bereit

Angesichts der Bedrohung durch Hurrikan Irma, der Haiti ab Donnerstagabend, 7. September treffen könnte, sind die Teams von Handicap International in Haiti in Alarmbereitschaft, um der Bevölkerung zu helfen.

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Hintergrund

Mehr als 2 Millionen Menschen sind von Hurrikan Matthew, der Haiti am 4. Oktober 2016 verwüstete, betroffen.

Mehr als 2 Millionen Menschen sind von dem Hurrikan betroffen und mehr als 1,4 Millionen sind auf sofortige humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Strassen und Brücken sind beschädigt oder zerstört und nicht mehr befahrbar. Das erschwert die Lieferung von Hilfsgütern und den Zugang zu Menschen, die dringend Unterstützung benötigen.

Das Land gehört zu den Ärmsten der Welt und leidet unter chronischer politischer Instabilität. Die Bedürfnisse variieren – je nach Zonen und Bevölkerungsgruppen – erheblich. In der Hauptstadt Port-au-Prince sind sie angesichts der sozioökonomischen Situation immens : die Arbeitslosigkeit, die vor allem die Jugend betrifft, die Inflation der Preise für die Grundbedürfnisse, die allgemeine Unsicherheit, fehlender Zugang zu Trinkwasser, zu Bildung und Gesundheitsdiensten. In den ländlichen Gebieten ist der Mangel an Dienstleistungen (Schulen, Gesundheitsdienste) beträchtlich, und die Bevölkerung ist angesichts der Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürre) sehr gefährdet. In diesem Kontext allgemeiner Armut ist die Situation der Menschen mit Behinderung noch alarmierender und ihre grundlegendsten Bedürfnisse – Nahrung, Wohnung, Gesundheitsdienste, Zugang zu Hilfsmitteln, Sicherheit – sind oftmals nicht gedeckt.

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Einsatzländer