Londoner Konferenz sucht Mittel und Wege zur Hilfe für syrische Flüchtlinge

Nothlife
Syrien

Die Regierungen von Deutschland, Norwegen, Grossbritannien und Kuwait laden am 3. und 4. Februar zu einer hochrangig besetzten Konferenz in London. Wie der Titel „Supporting Syria and the region“ sagt geht es bei dem Treffen, zu dem Vertreterinnen und Vertreter aus 80 Staaten erwartet werden, um die Unterstützung für Syrien und die Nachbarstaaten. Schwerpunkte der Diskussion sind Schutz für die Zivilbevölkerung, Nahrung und Bildung.  

Familie syrischer Fllüchtlinge im Libanon

Familie syrischer Fllüchtlinge im Libanon | © Frederik Buyckx / Handicap International

Die Regierungen von Deutschland, Norwegen, Grossbritannien und Kuwait laden am 3. und 4. Februar zu einer hochrangig besetzten Konferenz in London. Wie der Titel „Supporting Syria and the region“ sagt geht es bei dem Treffen, zu dem Vertreterinnen und Vertreter aus 80 Staaten erwartet werden, um die Unterstützung für Syrien und die Nachbarstaaten. Schwerpunkte der Diskussion sind Schutz für die Zivilbevölkerung, Nahrung und Bildung.

Anne Héry, zuständig für Advocacy bei Handicap International:
„Nach fünf Jahren Konflikt muss die Zielesetzung der Londoner Konferenz dem schrecklichen Ausmass der humanitären Katastrophe in Syrien und seinen Nachbarregionen gerecht werden. Die Inklusion besonders gefährdeter Personen in der humanitären Hilfe – darunter ältere Menschen, schwangere Frauen und Menschen mit Behinderung – ist eine wichtige Verpflichtung, auf die sich die beteiligten Staaten einlassen müssen.“

Gemeinsam mit über 90 anderen Organisationen fordert Handicap International, dass die Konferenz einen bedeutenden zusätzlichen mehrjährigen finanziellen Beitrag bewirkt, um sofortige oder längerfristige Bedürfnisse von Flüchtlingen und den Aufnahmeländern zu befriedigen. Ausserdem erwarten die Organisationen von den Staaten bei der Konferenz unter anderem, dass sie:

  • Zum verstärkten Schutz der Zivilbevölkerung in und ausserhalb Syriens auffordern, was ein Ende der Angriffe auf Wohnhäuser, Schulen und medizinische Einrichtungen, der Belagerungstaktiken und der Behinderung von humanitärer Hilfe beinhaltet;
  • Aufnahmeländer dazu befähigen, Barrieren für Flüchtlinge abzubauen, die sie am Arbeiten hindern und Zugang zu schaffen für grundlegende Leistungen wie etwa medizinische Versorgung;
  • Sicherstellen, dass allen syrischen Flüchtlingskindern und Kindern der Aufnahmeländer, ab dem nächsten Schuljahr, eine sichere und qualitativ hochwertige Bildung zukommt;
  • Koordinations- und Verantwortungsmechanismen installieren, um alle Vorhaben auch effizient zu vermitteln und umzusetzen.

Mohamed, réfugié syrien de 75 ans, atteint de diabète, camp de Zaatari en Jordanie
Mohammed, Zuckerkranker Syrische Flüchtling, 75 Jahre alt, Zaatari Camp, Jordanien

Als eine Organisation, die sich für besonders schutzbedürftige Menschen einsetzt, ist es Handicap International auch wichtig, dass:

  • Alle Geberstaaten anerkennen, dass alte Menschen, Menschen mit Behinderung und Kriegsverletzte besondere Bedürfnisse haben und sichergestellt sein muss, dass sie Zugang zu Grundversorgung erhalten;
  • Ein mittel- und langfristiger Bedarf besteht, um in den Gesundheitssystemen die Versorgung bei chronischen und psychischen Erkrankungen sowie post-operative Behandlung und Rehabilitation zu etablieren.

Aufgrund unserer besonderen Expertise für die Beseitigung der fatalen Folgen von Explosivwaffeneinsätzen, fordern wir die Teilnehmenden der Konferenz in London ausserdem auf, dass:

  • Humanitäre Minenaktion, also insbesondere Markierung und Beseitigung von Minen und Blindgängern und die Aufklärung der Bevölkerung über die Risiken, früh genug beginnen und ausreichend finanziert wird, da explosive Kriegsreste langfristige Stabilisierung und jeden Versuch von Wiederaufbau behindern;
  • Die Opfer von Minen und Blindgängern unterstützt werden und Rehabilitation gewährleistet wird. 
2 Februar 2016
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothlife Rehabilitation

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.

10. Juli: Jahrestag des Kampfes um Mossul Westteil der Stadt weiterhin von explosiven Kriegsresten übersät
© E. Fourt/HI
Minen und andere Waffen Nothlife

10. Juli: Jahrestag des Kampfes um Mossul Westteil der Stadt weiterhin von explosiven Kriegsresten übersät

Zwei Jahre nach der Rückeroberung der Stadt Mossul am 10. Juli 2017 liegt der westliche Teil der Stadt weiterhin in Trümmern und ist mit tausenden von explosiven Kriegsresten verseucht. Noch immer harren etwa 500'000 Personen in Vertriebenencamps aus. Das Leben tausender Verletzter hängt davon ab, ob sie angemessen versorgt werden können. 

UN-Sicherheitsrat erkennt die Rechte von Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten an
© Martin Crep / HI
Inklusion Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

UN-Sicherheitsrat erkennt die Rechte von Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten an

Zum ersten Mal überhaupt hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen am 20. Juni 2019 eine Resolution über Menschen mit Behinderung in bewaffneten Konflikten verabschiedet. Dies ist ein bedeutender Fortschritt für Menschen mit Behinderung, die in Krisensituationen besonders gefährdet sind und bei der humanitären Hilfe oft übersehen werden.