Notfall Gaza: Wir sind bereit, sofort zu helfen

Nothlife
Palästina

Die Gewalt, die im Gazastreifen seit dem 11. Mai erneut eskaliert ist, hat bereits Hunderte Tote und mehr als 1'200 Verletzte gefordert. Unsere Teams, die im Gazastreifen tätig sind, stehen bereit, um den Hilfsbedürftigen und Verletzten zu helfen.

Palästinenser evakuieren ein Mädchen aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes in der Wohngegend von Rimal, Gaza-Stadt, am 16. Mai 2021, nach einer massiven israelischen Bombardierung auf die von der Hamas kontrollierte Enklave.

Palästinenser evakuieren ein Mädchen aus den Trümmern eines zerstörten Gebäudes in der Wohngegend von Rimal, Gaza-Stadt, am 16. Mai 2021, nach einer massiven israelischen Bombardierung auf die von der Hamas kontrollierte Enklave. | © MAHMUD HAMS/AFP

Unsere Teams vor Ort bestätigen, dass drei Tage nach der Gewalteskalation im Gazastreifen die Situation weiterhin kritisch ist und den ganzen Tag über Schüsse zu hören sind. Laurent Palustran, usere Manager vor Ort, erklärt: 

"Die Zivilisten sind die ersten Opfer dieser neuen Zusammenstösse. Wir machen uns Sorgen um die hilfsbedürftigen Menschen, wie ältere oder behinderte Menschen,  isolierte Frauen... In einer Krisen- und Konfliktsituation sind diese Menschen zuerst betroffen, weil sie Schwierigkeiten haben, sich zu fortzubewegen, zu gehen und Hilfe zu holen.  Der Gaza-Streifen ist 3 Kilometer breit und 42 Kilometer lang und hat mehr als 2 Millionen Einwohner. Es ist eine sehr hohe Bevölkerungsdichte. Aus diesem Grund gibt es, sobald es einen Konflikt gibt, sobald es Kämpfe gibt, viele zivile Opfer. Die Angriffe beschädigen und zerstören auch Häuser und Infrastruktur, darunter Krankenhäuser und Schulen, sowie Strassen, Strom-, Gas- und Kommunikationsnetze. Um eine wirksame Aktion vorzubereiten, haben wir begonnen, die dringendsten Bedürfnisse der betroffenen Zivilbevölkerung, einschließlich Kindern und Menschen mit Behinderungen, zu ermitteln ". 

Laurent Palustran fügt hinzu: "Ältere Menschen, Kinder und Menschen mit Behinderungen haben grosse Schwierigkeiten, sich in Sicherheit zu bringen, sich in einem Schutzraum zu registrieren oder Zugang zu Nahrung und Wasser zu bekommen. Für eine behinderte oder ältere Person kann das Anstehen für Hilfe besonders schwierig sein. Unsere Teams sind mobilisiert, um diesen gefährdeten Bevölkerungsgruppen bei der Evakuierung zu helfen und sie dann in Schutzräume zu bringen.

Der Gaza-Streifen steht seit mehreren Jahren unter einer Blockade, die Versorgung ist bereits stark eingeschränkt. Mit diesen neuen Zusammenstössen könnte sich die Situation sehr schnell verschlechtern. Es besteht die Gefahr von Stromausfällen, wenn das Kraftwerk nicht mehr mit Brennstoff versorgt wird, und es kommt zu Wasserknappheit. Und auch Lebensmittelengpässe sind zu befürchten.

Um die Grundbedürfnisse von Tausenden von Menschen, die fast alles verloren haben, weiter abzudecken, bereiten wir die Verteilung von Hygiene-Kits und Lebensmittelgutscheinen vor. Angesichts der Hartnäckigkeit und des Ausmasses des Beschusses sind wir besorgt über die Gefahr, die von explosiven Überresten ausgehen, selbst lange nach den Angriffen und insbesondere in einem so dicht besiedelten Gebiet. In der Tat gilt der Gaza-Streifen als eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt. Gefährliche Blindgänger und Munition, die aus dem Krieg übrig geblieben sind, stellen eine ständige Bedrohung für die Zivilbevölkerung dar, insbesondere für Kinder. Aus diesem Grund organisieren wir in den Wochen und Monaten nach diesem bewaffneten Konflikt Veranstaltungen zur Risikoaufklärung.  

"Die gefährdeten Bevölkerungsgruppen haben die gröss¬ten Schwierigkeiten", bemerkt Laurent Palustran. "Es ist daher absolut notwendig, diesen Menschen 
Hilfe zukommen zu lassen. Sie befinden sich bereits seit Jahren in einer chronischen Krisensituation und sind nun mit der Zerstörung ihres Lebensraums 
konfrontiert".

18 Mai 2021
Einsatzländer

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Nadia Ben Said
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