Verblüffender Ramesh: Erdbebenopfer im Nepal mit 22 Sportmedaillen

Betroffenen Rehabilitation
Nepal

Als Nepal am 25. April 2015 durch ein schweres Erdbeben erschüttert wurde, begrub es den damals 18-jährigen Ramesh unter Trümmern. Er war schwer verletzt und verlor beide Beine. Nachdem er mit Unterstützung von HI Reha und Prothesen erhalten hatte, kann er wieder selbstständig leben und trainiert für die Paralympischen Spiele. Ramesh stellt sich jeder Herausforderung: Krafttraining, Schwimmen, Tennis, Basketball, Tanzen und Rollstuhlrennen.

Ramesh, 20, hat beim Erdbeben in Nepal beide Beine verloren. HI half ihm mit Reha und zwei Prothesen. Heute trainiert er für die Aufnahme ins Schwimmteam für die Paralympischen Spiele.

Ramesh, 20, hat beim Erdbeben in Nepal beide Beine verloren. HI half ihm mit Reha und zwei Prothesen. Heute trainiert er für die Aufnahme ins Schwimmteam für die Paralympischen Spiele. | ©Elise Cartuyvels / HI

Ramesh unter Trümmern begraben

„Ich arbeitete in einem kleinen Hotel und hab gerade Feierabend gemacht, als die Erde zu beben begann und alles zusammenbrach. Zwei Leute neben mir starben. Ich war mindestens eine Stunde lang unter dem Schutt begraben, war aber bei Bewusstsein und hatte Schmerzen.“

Als Ramesh an beiden Beinen amputiert werden musste, stand er unter Schock.

„Ich hatte immer geglaubt, dass ich alles tun könnte. Ich wollte etwas Gutes aus meinem Leben machen. Doch nach dem Unfall fühlte es sich so an, als wäre mein Leben vorbei.“

HI kümmerte sich unmittelbar um die Reha-Versorgung für den jungen Mann:

„Ramesh musste viele Übungen machen, um seine Gelenke zu lockern und die Muskeln zu stärken. Sonst wäre es unmöglich gewesen, seine Prothesen anzupassen und zu benutzen“, erklärt Sunil Pokhrel, einer der Physiotherapeuten von HI. Ramesh erhielt einen Rollstuhl und zwei Prothesen und lernte langsam wieder zu laufen.

Das Ziel: Die Paralympischen Spiele

Auch drei Jahre später erhält Ramesh immer noch Rehavon HI.

„Ich hatte eine Weile mit Depressionen zu kämpfen. Nach dem Unfall fühlte ich mich sehr einsam. Doch dank HI kann ich jetzt wieder laufen. Ich habe den Sport für mich entdeckt. Es ist wie eine Therapie und hilft mir, mich nicht in Gedanken zu verlieren. Ich trainiere 90 Minuten jeden Morgen vor der Schule und gehe nachmittags schwimmen. An den Wochenenden spiele ich Tennis und Basketball. Mir wurde gesagt, dass ich nicht tanzen könne, also nahm ich Unterricht und gewann den Tanzwettbewerb für ‚Idole mit Behinderung‘. Ich habe schon 22 Medaillen gewonnen! Mein neues Ziel ist es, an den Paralympics 2020 teilzunehmen. Das ist eine große Herausforderung, denn ich brauche einen Sportcoach, der mich trainiert und begleitet. Und die nötige Ausrüstung. Doch das kann ich mir leider nicht leisten,Dazu habe ich einfach kein Geld.“

Ramesh geht nun wieder zur Schule, nachdem er sieben Jahre keine Schule besucht hatte.

„Ich bin der älteste Schüler. Ich gebe meine Preisgelder meinen Eltern und Geschwistern. Sie leben in sehr ärmlichen Verhältnissen und wohnen weit von hier entfernt. Ich wollte unbedingt  wieder zur Schule gehen, denn ich will einen Job finden und für mich selbst sorgen können.“

Heute treibt Ramesh mehr als 20 Stunden Sport pro Woche. Er kämpft mit einem eisernen Willen und verblüffendem Mut für seine Ziele.

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“
© Abir Abdullah / HI
Rehabilitation

„Wir sind von der humanitären Hilfe im Camp abhängig“

In einer Ecke des Rehabilitationszentrums von Handicap International im Flüchtlingslager Ukhiya (Bangladesch) hüpft der 6-jährige Hamas auf einem grossen rosa Ballon herum. Obwohl ein kurzes Lächeln über sein Gesicht huscht, spielt er nicht weiter. Heute steht er im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: Redwanul, sein Physiotherapeut von Handicap International, wird gleich mit der Reha-Behandlung beginnen. 

Samira: ein Schritt nach dem anderen
© Abir Abdullah/HI
Betroffenen Rehabilitation

Samira: ein Schritt nach dem anderen

Das Leben in den überfüllten Flüchtlingscamps ist für Rohingya-Flüchtlinge, die aus ihrer Heimat Myanmar nach Bangladesch geflohen sind, kein einfaches - ganz besonders für Kinder wie Samira, die mit einer Behinderung leben. Um diese Kinder kümmern sich die mobilen Teams von Handicap International, die mit Physiotherapie und weiteren Massnahmen das Leben der Betroffenen und ihrer Familien erleichtern.

Vier Jahre nach dem Erdbeben in Nepal: HI steht Opfern weiterhin zur Seite
© Elise Cartuyvels/HI
Nothlife Rehabilitation

Vier Jahre nach dem Erdbeben in Nepal: HI steht Opfern weiterhin zur Seite

Seit Nepal am 25. April 2015 von einem schweren Erdbeben erschüttert wurde, hat HI Unterstützung für über 19'000 Menschen geleistet, die von der Katastrophe betroffen waren und begleitet viele Überlebende weiterhin.