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Nepal

In Nepal arbeitet Handicap International (HI) daran, dass alle Kinder mit und ohne Behinderung zur Schule gehen können. Auch soll der Zugang zu Rehabilitationsmassnahmen für Verletzte und Menschen mit Behinderung möglich gemacht werden.

Ein vom Erdbeben 2015 zerstörtes Gebäude - HI Nepal

Ein vom Erdbeben 2015 zerstörtes Gebäude - HI Nepal | © Wesley Pryor / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International (HI) ist seit etwa 18 Jahren in Nepal vor Ort. Das Land, das an die Himalaya-Gebirgskette angrenzt, ist besonders von Erdbeben betroffen, insbesondere im Kathmandu-Tal, in dem 1,5 Millionen Menschen leben.

HI arbeitet mit Gemeinden und lokalen Behörden zusammen und erstellt Notfallpläne, die Notfallwarn- und Evakuierungssysteme verbessern und Menschen mit Behinderung einbeziehen. HI etablierte auch einen Mechanismus, der in der Lage ist, unmittelbar medizinische Fachkräfte (Ärzt*innen, Pflegepersonal, usw.) zu verständigen, die Opfer nach einem Erdbeben schnell medizinisch versorgen können.

HI schult Lehrkräfte und fördert mit dem Projekt „Lesen für alle" den Zugang zu Bildung für Kinder mit besonderen Bildungsbedürfnissen, wie z.B. Autismus, einschliesslich Kinder mit Behinderung in 16 Bezirken. Auch junge Mädchen und Teenager mit Behinderung aus den ärmsten Gemeinden werden hier bestärkt. HI unterstützt fünf Rehabilitationszentren, die es Tausenden von Nepales*innen ermöglichen, Physiotherapie oder notwendige medizinische Gerätschaften zu erhalten, und verbessert die Rehabilitationsdienste in den vom Erdbeben betroffenen Regionen.

Zudem fördert HI die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderung, bietet ihnen Unterstützung und individuelle Beratung und hilft ihnen bei der Berufsausübung ihrer Wahl. HI sensibilisiert Arbeitgeber*innen für Behinderungen und arbeitet mit professionellen Integrationsdiensten zusammen.

HI schult auch das Gesundheitspersonal darin, Behinderungen zu erkennen und Kinder mit Behinderung an angemessene Einrichtungen zu überweisen, wo sie eine hochwertige Behandlung erhalten können.

Dank unserer Erfahrung mit der Hilfe für Erdbebenopfer, konnte Handicap International am 25. April 2015 sofort Nothilfe leisten, als das Erbeben mehr als 8'000 Menschen tötete und mehr als 22'000 Menschen verletzte. Wir boten mehr als 10.500 Rehabilitationssitzungen für mehr als 4'000 Menschen, führten Sitzungen zur psychosozialen Gesundheit durch und gaben mehr als 2.300 Mobilitätshilfen aus (Krücken, Rollstühle,...). HI hat ausserdem mehr als 4'300 Notfall-Kits verteilt. 

Neuigkeiten aus den Projekten

Soni kann trotz Hörbehinderung die Schule besuchen
© HI
Inklusion

Soni kann trotz Hörbehinderung die Schule besuchen

Soni ist 13 Jahre alt und lebt in Banke, Nepal. Sie wurde mit einer Hörbehinderung geboren und darum von der Schule ausgeschlossen. Dank Handicap International kann Soni endlich wie jedes andere Kind zur Schule gehen.

Reiza Dejito, Mutter und engagierte humanitäre Helferin für HI in Nepal  
© PBDN
Nothlife Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Reiza Dejito, Mutter und engagierte humanitäre Helferin für HI in Nepal  

Anlässlich des Internationalen Frauentags haben wir mit Reiza Dejito gesprochen. Sie setzt sich sowohl für ihre Familie als auch für ihre Rolle bei HI ein. Seit zwei Jahrzehnten arbeitet sie in Ländern, die von humanitären Krisen betroffen sind.

Nirmala und Khendo machen ihre ersten Schritte gemeinsam
© Prasiit Sthapit/HI - 2018
Inklusion Inklusion Rehabilitation

Nirmala und Khendo machen ihre ersten Schritte gemeinsam

Am 25. April 2015 wurde Nepal von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Die beiden Mädchen Nirmala und Khendo wurden unter den Trümmern begraben, wenn auch hunderte Kilometer voneinander entfernt. Beide wurden in dasselbe Spital gebracht, wo ihnen jeweils das Bein amputiert werden musste. Dort lernten sie sich kennen. Gemeinsam durchliefen sie zahlreiche Rehabilitationsbehandlungen mit unseren Physiotherapeut*innen und lernten wieder laufen. Seither sind sie unzertrennlich und gehen gemeinsam zur Schule.

Ermöglichen Sie wie Nirmala und Khendo auch anderen Kindern, «neue erste Male» zu erleben. Entdecken Sie hier weitere Geschichten.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Nepal

In Nepal ist die Erdbebengefahr sehr hoch.

Nepal ist in hohem Masse dem Risiko seismischer Aktivitäten ausgesetzt und baut die Katastrophenvorsorge aus. Mehr als 40% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Dreiviertel der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Die wirtschaftliche Entwicklung wurde gehemmt durch den Konflikt zwischen der Regierung und den maoistischen Aufständischen (1996-2006), die inzwischen in den demokratischen Prozess einbezogen sind. Der Konflikt forderte 12'000 Menschenleben, Hunderttausende waren auf der Flucht. Er hinterliess zudem zahlreiche Kriegsversehrte. Heute ist das Land auf dem Weg zur Demokratisierung und erlebt eine relative Stabilität.

In Nepal wird Behinderung weitgehend als soziales Problem angesehen. Sie wird nur selten unter dem Blickwinkel der öffentlichen Gesundheitspflege betrachtet oder bei der Bildung berücksichtigt. 

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 92
Eröffnungsdatum des Programms: 2000
 

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