World Humanitarian Summit: Die Charta für Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein grosser Fortschritt für die humanitäre Hilfe

Rechte von menschen mit behinderungen und politik

Der World Humanitarian Summit, der vom 23. Bis 24. Mai in Istanbul stattfand, brachte einen grossen Fortschritt für Menschen mit Behinderung und die Unteilbarkeit der humanitären Hilfe. Handicap International hat gemeinsam mit mehreren Partnerorganisationen am 23. Mai die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe eingebracht. Sie wurde schliesslich von 96 Staaten, humanitären Organisationen, Geldgebern und Verbänden, die wiederum Tausende Organisationen vertreten, angenommen. Auch der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon unterstützt die Charta ausdrücklich. Dies ist ein grosser Erfolg für alle Menschen mit Behinderung, die zu lange von der humanitären Hilfe vergessen wurden.

Dass Menschen mit Behinderung in der Nothilfe bisher oft vergessen wurden, ist eine Ungerechtigkeit

Dass Menschen mit Behinderung in der Nothilfe bisher oft vergessen wurden, ist eine Ungerechtigkeit | © Chris Huby / Handicap International

Die Sondersitzung zur Inklusion von Menschen mit Behinderung fand am 23. Mai in Anwesenheit des Generalsekretärs der Vereinten Nationen Ban Ki-moon statt. Er zeigte seine Unterstützung der Charta und sagte, „die Charta [sei] kein Selbstzweck“ und es sei wichtig, dass die Prinzipien der Charta auch tatsächlich in die Tat umgesetzt würden.

Im Laufe der Sondersitzung zum Thema Behinderung ist ein grosser Teil der Anwesenden der Charta beigetreten und unterstützt somit eine humanitäre Hilfe, die inklusiver für Menschen mit Behinderung ist. Unterzeichnet haben unter anderen Staaten wie Australien, Finnland, Luxemburg, Deutschland, Grossbritannien, ausserdem Hilfs- und Menschrechtsorganisationen. Schliesslich zeichneten auch die Führungskräfte von Organen der Vereinten Nationen, ein Repräsentant der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung sowie Vertretende von Organisationen von Menschen mit Behinderung

„Wir sind glücklich, dass so viele Organisationen und Staaten die Charta zur Inklusion in der Humanitären Hilfe gezeichnet haben. Und wir freuen uns auch über die Vielfalt der Unterzeichnenden“, erklärt Anne Héry, Direktorin der Advocacy-Abteilung von Handicap International. „Mit dabei sind internationale und lokale Organisationen, Staaten, Geldgeber… insgesamt 96 Akteure der Humanitären Hilfe. Sie alle haben sich einer Charta angeschlossen, die eine grosse Ungerechtigkeit beenden soll: dass nämlich die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung bisher in Krisensituationen weitgehend ignoriert werden. Handicap International wird sich nun sofort dafür engagieren, dass die Inhalte dieser Charta Realität werden.“

Die Unterzeichnenden der Charta über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Humanitäre Hilfe engagieren sich im Rahmen von fünf Prinzipien, um ihre Hilfe inklusiver zu gestalten: 

  • Nicht-Diskriminierung und Achtung der verschiedenen Bedarfe von Menschen mit Behinderung;
  • Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gestaltung humanitärer Programme;
  • Bereitstellung inklusiver Dienstleistungen;
  • Schaffung einer weltweiten inklusiven Politik;
  • Sowie Kooperation und Koordination zwischen den humanitären Akteuren für die verbesserte Inklusion von Menschen mit Behinderung. 

Die Charta wird weiteren Staaten, Nicht-Regierungs-Organisationen und Geldgebern der humanitären Hilfe zur Unterzeichnung angeboten und durch einen Aktionsplan zur Umsetzung ergänzt.

Die Sondersitzung, die von Handicap International mitorganisiert und mitgeführt wurde, ist das Resultat einer gemeinsamen Arbeit von Organisationen von Menschen mit Behinderung und einer kleinen Gruppe Nicht-Regierungs-Organisationen und Staaten. Sie alle sind von der absoluten Notwendigkeit überzeugt, dass die Hindernisse, mit denen Menschen mit Behinderung konfrontiert sind, wenn sie Hilfe in Anspruch nehmen möchten, erkannt und aus dem Weg geräumt werden müssen.

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Frauen mit Behinderung sind zehnmal öfter von sexueller Gewalt betroffen
© William Daniels

Frauen mit Behinderung sind zehnmal öfter von sexueller Gewalt betroffen

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März macht  Handicap International (HI) darauf aufmerksam, dass weltweit eine von drei Frauen Opfer von  Gewalt ist. Frauen mit Behinderung sind besonders gefährdet. Sie erleiden sehr viel häufiger Gewalt. Das Ziel der humanitären Hilfsorganisation Handicap International ist, die Risiken zu bekämpfen und den Opfern medizinisch und psychologisch zu helfen. 

Vor zehn Jahren ebnete die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung den Weg zu mehr Gleichstellung
(c) Lucas Veuve / Handicap International

Vor zehn Jahren ebnete die Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung den Weg zu mehr Gleichstellung

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember fordert Handicap International deshalb erneut alle Staaten auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Sie müssen unverzüglich Massnahmen ergreifen, die die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft sicherstellen.

Humanitärer Weltgipfel: Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe wirksam sicherstellen
© C. Fohlen / Handicap International

Humanitärer Weltgipfel: Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe wirksam sicherstellen

Der Humanitäre Weltgipfel, der am kommenden 23. und 24. Mai in Istanbul stattfindet, bietet die einmalige Chance, die Belange von Millionen Menschen mit Behinderung, die von humanitären Krisen betroffen sind, endlich besser zu berücksichtigen. Eine Charta über die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die humanitäre Hilfe wird Nichtregierungsorganisationen, Staaten und Geldgebern zur Unterzeichnung vorgelegt werden. Handicap International ruft auf, am Gipfel teilzunehmen und die Charta anzunehmen. Die Anzahl der Unterzeichner wird massgeblich bestimmen, wie sich das Abkommen tatsächlich auf das Leben von Menschen mit Behinderung in Krisensituationen auswirkt.