Tschad

Im Tschad leben 300'000 Menschen mit der ständigen Bedrohung durch Landminen und explosive Kriegsreste – das Erbe von vier Jahrzehnten Krieg und grösstes Hindernis für die Entwicklung des Landes. Die unsteten Grenzen des Landes führen dazu, dass sich die bereits schwierige humanitäre Situation noch weiter verschlechtert. Geschätzt benötigen über zwei Millionen Menschen Nothilfe. Wir sind seit 2014 im Land im Einsatz, unterstützen Minenräumungsarbeiten und bieten Hilfe für Opfer von Konflikten im Land. Seit 2015 helfen wir dabei, die Geflüchteten in der Region des Tschadsees über die Risiken von explosiven Kriegsresten aufzuklären und unterstützen die Inklusion von Kindern mit Behinderung in das Bildungswesen.

Schule im Tschad

Schule im Tschad | © Denis Ricca / HI

Laufende aktivitäten

Handicap International (HI) hilft durch Minen und explosive Kriegsreste verseuchtes Land zu räumen. Wir bieten Schulungen für die Mitglieder des Nationalen Minenaktionszentrums an und aktualisieren seine Verfahren.

HI schult einheimisches Personal in der physischen Rehabilitation und hilft dabei, Menschen mit Behinderung ausfindig zu machen. HI hat die Wiedereröffnung des Rehabilitationszentrums N' Djamena unterstützt und hilf Opferorganisationen und Menschen mit Behinderung bei der Wahrnehmung ihrer Rechte. In der Tschadseeregion, wo viele Menschen vor der Gewalt der Gruppe Boko Haram im benachbarten Nigeria geflohen sind, arbeitet HI daran, den Zugang zur Bildung für Kinder mit Behinderung zu verbessern. HI kümmert sich auch um Risikoaufklärung über nicht explodierte Kriegsreste, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren.

Die Organisation führt auch einkommensschaffende und sozialberufliche Unterstützungsmassnahmen durch, um die sozioökonomische Integration schutzbedürftiger Menschen, einschließlich junger Menschen mit Behinderung, zu fördern.

Neueste aus den projekten

Minensuchdrohnen : Eine Revolution in der Minenräumung !
© John Fardoulis / HI
Minen und andere Waffen

Minensuchdrohnen : Eine Revolution in der Minenräumung !

In Faya-Largeau, im Norden des Tschad, hat Handicap International (HI) begonnen, Minensuchdrohnen zu testen. Das Ziel ist, genauer herauszufinden, welche Gefahren in und auf dem Boden lauern – eine Revolution in der Minenräumung ! 

Explosivwaffen: Risikoaufklärung zum Schutz der lokalen Bevölkerung
© Benoit Almeras / HI
Gesundheit und Prävention Minen und andere Waffen

Explosivwaffen: Risikoaufklärung zum Schutz der lokalen Bevölkerung

Nach Jahrzehnten des bewaffneten Konflikts ist die Tschadsee-Region nach wie vor mit explosiven Kriegsresten übersät. Handicap International (HI) stellt Warnschilder um gefährdete Bereiche auf und führt Aktionen zur Risikoaufklärung durch, um die lokale Bevölkerung vor den Gefahren zu schützen.

Entwicklungsprogramm im Tschad
© Benoit Almeras / Handicap International
Minen und andere Waffen

Entwicklungsprogramm im Tschad

Handicap International startet ein breit angelegtes Entwicklungsprogramm im Tschad. Ziel des Projekts sind die Entminung verseuchter Gebiete, die Einführung eines Sozialversicherungssystems und das Beleben der wirtschaftlichen Aktivitäten in den nördlichen Regionen (Borkou, Ennedi, Tibesti) und in der Region Lac Tschad. Auf vier Jahre ausgelegt, ist dieses Projekt mit 23 Millionen Euro das finanziell umfangreichste, das je von unserer Organisation umgesetzt wurde. Thomas Hugonnier, Leiter der Minenaktionen für Handicap International, erklärt die Idee dahinter.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Tschad

Der Tschad, ein Land, das hauptsächlich ländlich geprägt ist, zählt zu den 10 ärmsten Ländern in Bezug auf die menschliche Entwicklung. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes wurde jedoch in den letzten Jahren stark von der Ölindustrie angekurbelt.

Der Tschad hat laut Weltbank rund 14 Millionen Einwohner, von denen 47 Prozent unterhalb der Armutsgrenze leben. Die regionale Sicherheitslage ist nach wie vor besorgniserregend: Die Krisen im Sudan, in der Zentralafrikanischen Republik und in Libyen sowie die Aktionen der Terrororganisation Boko Haram haben eine ohnehin schon sehr komplexe humanitäre Situation verschärft. Das Land beherbergt bereits fast 600.000 Menschen, die vor benachbarten Krisen geflohen sind und unter sehr prekären Bedingungen leben.

Einsatzländer