7. Jahrestag des Syrienkonflikts: HI ruft zur Unterzeichnung der Petition 'Stop Bombing Civilians' auf

Stop Bombing Civilians

Anlässlich des 7. Jahrestages des Syrienkonflikts, erinnert Handicap International (HI) wie sehr Syrer Opfer eines Konflikts sind, in dem explosive Waffen intensiv und kontinuierlich zum Einsatz kommen. Bombenangriffe von bewohnten Gebieten stellen eine gängige Praxis in aktuellen Konflikten wie im Irak, Jemen und Syrien dar – die Opfer sind zu 92 Prozent Zivilisten.

Qusay aus Syrien verlor bei einem Bombenangriff beide Beine

Qusay aus Syrien verlor bei einem Bombenangriff beide Beine | © Benoit Almeras / HI

Wir rufen zur Unterzeichnung unserer Online Petition auf, um die beteiligten Staaten dazu zu bringen, keine Explosivwaffen mehr in Wohngebieten einzusetzen. Ziel ist es, eine Million Unterschriften zu sammeln und diese offiziell an die Vereinten Nationen und politische Entscheidungsträger im September 2018 zu überreichen. 

Die massiven Bombenangriffe in Ost-Ghouta seit dem 18. Februar 2018 haben mehr als 1 100 Menschen getötet und einen grossen Teil der zivilen Infrastruktur zerstört, darunter Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Darüber hinaus haben die Bombenangriffe von Gebieten direkt in Damaskus Dutzende Opfer gefordert. In den letzten Monaten haben militärische Offensiven mit heftigen Bombardierungen mehrere hundert Zivilisten in Idlib, Rakka und im Afrin Distrikt getötet. 

In den von der Syrienkrise betroffenen Ländern werden unsere Teams Zeugen des Leids und des Traumas der syrischen Bevölkerung. Laut einer Studie der International NGO Safety Organization (INSO) fanden 2017 insgesamt 33.394 Angriffe mit Explosivwaffen in Syrien statt, das entspricht 70 Prozent der dokumentierten Vorfälle. Dies bedeutet durchschnittlich 91 Angriffe durch Bomben oder Beschuss am Tag.

Die humanitären Auswirkungen von Bomben auf Wohngebiete sind entsetzlich: schwere und zu Behinderungen führende Verletzungen, psychische Traumata, Vertreibung und Verarmung der Bevölkerung, Zerstörung essentieller Infrastruktur (Krankenhäuser, Häfen, Brücken etc.), Zusammenbruch des sozialen und wirtschaftlichen Gefüges… Laut des HI-Berichts Syria a Mutilated future vom Mai 2016, sind 53 Prozent der Verletzungen, die in der Syrienkrise entstanden sind, auf Explosivwaffen zurückzuführen. Wenn Explosivwaffen in Wohngebieten zum Einsatz kommen, steigt die Zahl der zivilen Opfer auf mindestens 92 Prozent.

Die Bombardierung der Zivilbevölkerung ist kein Krieg sondern ein Verbrechen. Laut Internationalem humanitären Völkerrecht müssen alle Vorsichtsmassnahmen ergriffen werden, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Zivilisten dürfen keinen willkürlichen und unverhältnismässigen Angriffen ausgesetzt sein. Diese grundlegenden Prinzipien des Internationalen Völkerrechts müssen streng verteidigt und angewandt werden. 

Eine Petition gegen das Massaker der Zivilbevölkerung unterzeichnen!

Nur ein gebündelter Aufschrei einer erschütterten Öffentlichkeit kann dabei helfen, politische Lösungen zu finden und dieses Blutbad zu beenden. Wir rufen die Bevölkerung auf, unsere internationale Petition zu unterzeichnen die mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians”, ins Leben gerufen wurde. Ziel der Petition sind 1 Million Unterschriften - über 390.000 konnten bereits gesammelt werden. Sie wird im September 2018 politischen Entscheidungsträgern und den Vereinten Nationen übergeben.

„Durch unsere Petition möchten wir maximalen Druck auf die Staaten ausüben, damit sie eine politische Deklaration entwerfen, und das Leid der Zivilbevölkerung in Konfliktgebieten und den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten beenden. Wir rufen jeden dazu auf ‚Stopp!‘ zu sagen und unsere Petition zu unterzeichnen. Wir möchten die Staaten dazu bringen, die humanitären Folgen von Bomben in Wohngebieten wahrzunehmen“, erklärt Petra Schroeter, Geschäftsführerin von Handicap International Schweiz.

 

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