Frauen mit Behinderung sind zehnmal öfter von sexueller Gewalt betroffen

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International

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März macht  Handicap International (HI) darauf aufmerksam, dass weltweit eine von drei Frauen Opfer von  Gewalt ist. Frauen mit Behinderung sind besonders gefährdet. Sie erleiden sehr viel häufiger Gewalt. Das Ziel der humanitären Hilfsorganisation Handicap International ist, die Risiken zu bekämpfen und den Opfern medizinisch und psychologisch zu helfen. 

Die Lebenslust und der Lebenswille dieser Frauen ist ein gutes Zeichen der Hoffnung. Aktivitäten in der Gruppe, Krankenhaus in Sarthe, Port au Prince, Haiti.

Die Lebenslust und der Lebenswille dieser Frauen ist ein gutes Zeichen der Hoffnung. Aktivitäten in der Gruppe, Krankenhaus in Sarthe, Port au Prince, Haiti. | © William Daniels

Weltweit sind nach aktuellen Studien der Weltgesundheitsorganisation WHO 35 Prozent der Frauen und Mädchen physischer, emotionaler und/oder sexueller Gewalt durch ihren Partner oder eine andere Person ausgesetzt. Frauen und Mädchen mit Behinderung erleiden etwa zehnmal so oft sexuelle Gewalt als weibliche Personen ohne Behinderung. Dies ist eine schwerwiegende Verletzung der Menschenrechte.

HI kämpft für ein Leben in Würde für Frauen mit Behinderung

Das Ziel von Handicap International ist es, Frauen vor Gewalt zu bewahren und ihnen mit psychologischer und medizinischer Unterstützung zur Seite zu stehen. Aufgrund sozialer und kultureller Traditionen und Klischees wird Frauen oft das Recht abgesprochen, ein selbstbestimmtes Sexualleben zu führen oder selbst zu entscheiden, ob und wann sie Kinder bekommen wollen. Vor allem Frauen mit Behinderung, die häufig von Erwachsenen des eigenen familiären Umkreises abhängen, sind gefährdet. Die erlebte Gewalt verursacht zahlreiche Gesundheitsprobleme, psychische Traumata und führt zu sozialer und ökonomischer Exklusion. 

Kinder mit Behinderung sind besonders gefährdet

Seit mehr als 25 Jahren führt HI weltweit Projekte durch, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Der Verein schärft das Bewusstsein der Frauen für ihre Rechte und stärkt sie dabei, selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen. In Ruanda beispielsweise leistet HI seit 1994 psychologische Unterstützung für Opfer physischer und sexueller Gewalt und richtet Gesprächsgruppen ein. Zudem bekämpft HI in Ruanda, Burundi und Kenia Gewalt an Kindern, wobei Kinder mit Behinderung drei bis vier Mal öfter betroffen sind.

In der DRK, Francine nimmt am Projekt TEAM teil, die es Menschen mit Behinderung – insbesondere Frauen und Mädchen in Kinshasa und Kananga – erlaubt, ihre Unabhängigkeit zu erreichen und aufrechtzuerhalten. © Rosalie Colfs / HI

„Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung ist unsichtbar, wenig bekannt und wird weitestgehend ignoriert. Diese Projekte sind sehr wichtig, damit sie ihr Leben wieder aufbauen können, um aus der Isolation auszubrechen und eine Rolle in ihrer Gemeinschaft spielen zu können. Die Beendigung dieser Gewalt ist vordringlich“, erklärt Bénédicte de la Taille, Experte für Gewaltschutz von HI.

„Making It Work“

Gemeinsam mit Organisationen, die sich für Menschen mit Behinderung und für Frauen einsetzen, arbeitet HI an dem Projekt „Making It Work“. Der Verein trägt dazu bei, die Sichtbarkeit von „best practice“-Beispielen (Ausbildung von Frauen, Sensibilisierungsmaßnahmen usw.) zusammen mit dem Schutz der Frauenrechte zu verbessern. Ziel des Vereins ist es sicherzustellen, dass die Stimmen der Frauen Gehör finden und dass die Risiken, denen sie ausgesetzt sind, in den Projekten zahlreicher Hilfsorganisationen berücksichtig werden. 
Erfahren Sie mehr: https://www.makingitwork-crpd.org 

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