Nach dem Tod eines Mitarbeiters einer Partnerorganisation, verurteilt Handicap International die andauernde Bombardierung

Stop Bombing Civilians
Syrien

7 Jahre Konflikt in Syrien - Ein Mitarbeiter einer syrischen Organisation, mit der Handicap International (HI) zusammenarbeitet, wurde am Mittwoch 15. März getötet. Mustafa, seine Frau und ihre Kinder - beide unter acht Jahren - wurden in Hamouriyeh, Ost-Ghouta, getötet. Heute, am 7. Jahrestag des syrischen Konfliktes, verurteilt HI die Bombardierung und den Beschuss bevölkerter Gebiete erneut und fordert alle Konfliktparteien dazu auf, die Zivilbevölkerung zu schützen. 

Syrische Kinder kontrollieren die Trümmer eines Gebäudes in der syrischen Enklave von Ost-Ghouta, das am 1. März 2018 durch Luftangriffe der syrischen Regierungskräfte zerstört worden ist.

Syrische Kinder kontrollieren die Trümmer eines Gebäudes in der syrischen Enklave von Ost-Ghouta, das am 1. März 2018 durch Luftangriffe der syrischen Regierungskräfte zerstört worden ist. | © Amer Almohibany / AFP PHOTO

Wie sind zutiefst bestürzt über den Verlust dieser Menschenleben. Heute geht die syrische Krise in ihr achtes Jahr und kein Ende des Konflikts ist in Sicht. Für uns ist es inakzeptabel, dass Zivilisten in Syrien, einschliesslich humanitärer Helfer, weiterhin Ziel und Opfer des bewaffneten Konfliktes sind.

Die kleine Stadt Hamouriyeh in Ost-Ghouta wird derzeit massiv bombardiert. Es ist unklar, ob Mustafa und seine Familie versuchten, vor der Bombardierung zu fliehen, als sie getötet wurden oder ob sie Schutz in einem Gebäude suchten, das getroffen wurde. Drei weitere Mitarbeiter von Partnerorganisationen wurden verwundet, als sie Verletzten in der gleichen Gegend helfen wollten.

Mustafa arbeitete mehr als zwei Jahre als Teamleiter für Schulungen zur Risikovermeidung. Seine Rolle war entscheidend für die Information und den Schutz der Einwohner vor den Gefahren, die durch explosive Kriegsresten hervorgerufen werden. Er leitete ein mobiles Team, das Kampagnen zur Risiko-Sensibilisierungen in verschiedenen Wohnvierteln in Ost-Ghouta durchführte. Dort fokussierte man sich besonders auf Schulen und klärte junge SyrerInnen über mögliche Gefahren auf. Gerade Kinder werden oft verletzt oder getötet, wenn sie mit explosiven Überresten spielen, die im Konflikt zum Einsatz kommen.

„Das Team für Schulungen zur Risikovermeidung besuchte täglich Wohnviertel, bis sich im Februar 2018 die Bombardierung von Ost-Ghouta verschlimmerte. Die Eskalation der Gewalt behinderte die Arbeit des Teams. Viele Mitarbeiter wurden aus ihren eigenen Häusern vertrieben, da es immer gefährlicher wurde, sich in der Enklave aufzuhalten. HI fordert die Konfliktparteien in Syrien auf, den Einsatz explosiver Waffen in bewohnten Gebieten unverzüglich einzustellen und den Schutz humanitärer Helfer sicherzustellen. Zivilisten wie Mustafa und seine Kollegen waren und werden weiterhin die effektivsten und effizientesten Akteure sein, auf humanitäre Bedürfnisse unter solch schrecklichen Bedingungen zu reagieren“,

sagt Anne Héy, Direktorin der Advocacy bei HI.

Humanitäre Helfer leisten lebensrettende Hilfe, doch auch Lehrer, Krankenschwestern oder andere Mitarbeiter im öffentlichen Dienst haben ebenfalls Unterstützung geleistet, die für das Funktionieren einer Gesellschaft unerlässlich sind. Falls und wenn sich die Kontrolle über die Gebiete ändert, müssen humanitäre Helfer bleiben dürfen und ihre Arbeit fortsetzen können - sollten sie das wollen. Durch ihre Präsenz und ihren Schutz kann die Bevölkerung weiter grundlegend versorgt werden.

Der Zugang zu humanitärer Hilfe muss dringend in ganz Syrien gewährleistet werden, um der Bevölkerung, die nach 7 Jahre Konflikt erschöpft sind, mit den essentiellen Hilfeleistungen zu unterstützen.

Nach Angaben des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der UN (OCHA) ist die Gesamtzahl der Zivilisten, die zwischen dem 18. Februar und dem 11. März in Ost-Ghouta getötet wurden, bereits auf 1.100 angestiegen – 4.000 Verletzte wurden gemeldet. Obwohl am 11. März einige Evakuierungen von Zivilisten anliefen, gibt es immer noch Hundertausende von Menschen, die in den bombardierten gebeirten eingeschlossen sind und nicht fliehen oder die die Evakuierungskorridore erreichen können. Der Zugang zu humanitärer Hilfe muss in ganz Syrien gewährt werden, um die grundlegendsten Bedürfnisse der Bevölkerung, die durch den 7-jährigen Konflikt erschöpft ist, decken zu können.

Eine Petition gegen das Massaker der Zivilbevölkerung unterzeichnen!

Nur ein gebündelter Aufschrei einer erschütterten Öffentlichkeit kann dabei helfen, politische Lösungen zu finden und dieses Blutbad zu beenden. Wir rufen die Bevölkerung auf, unsere internationale Petition zu unterzeichnen die mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians”, ins Leben gerufen wurde. Ziel der Petition sind 1 Million Unterschriften - über 390.000 konnten bereits gesammelt werden. Sie wird im September 2018 politischen Entscheidungsträgern und den Vereinten Nationen übergeben.
 

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Nadia Ben Said
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