Sagen Sie „Stop“ zur Bombardierung der Zivilbevölkerung!

Ewipa
International

Heute startet Handicap International die Online-Kampagne „Stop Bombing Civilians“, die sich gegen Bombenangriffe auf Zivilisten ausspricht, wie sie aktuell in Syrien, im Irak und Jemen an der Tagesordnung sind. Beim Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten sind bis zu 92 Prozent der Opfer Zivilpersonen. Handicap International ruft alle Bürger dazu auf, sich gegen dieses inakzeptable Vorgehen auszusprechen und Druck auf alle Staaten auszuüben, damit sie eine gemeinsame politische Erklärung unterzeichnen, die den Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten untersagt.

Stop bombing civilians

Stop bombing civilians | (c) Handicap International

Syrien, Irak, Jemen – jeden Tag werden mindestens 90 Zivilisten Opfer von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten. Diese Art des Einsatzes von Explosivwaffen gehört in den aktuellen Konflikten zum Alltag – fast so, als wäre es in Krisensituationen akzeptabel oder normal, unterschiedslos zivile Ziele zu bombardieren.

Die Bombardierung von Zivilisten ist kein Krieg, sondern ein Verbrechen! Nach internationalem humanitärem Recht müssen alle erdenklichen Massnahmen ergriffen werden, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Sie darf nicht Zielscheibe von Angriffen werden, die keinen Unterschied zwischen militärischen und zivilen Zielen machen. Diese Prinzipien des internationalen humanitären Völkerrechts gilt es anzuwenden und zu verteidigen!

„Aktuelle Konfliktparteien scheinen es als normal zu empfinden, bevölkerte Gebiete, wie Städte und Dörfer zu bombardieren – ohne dabei an das Leben der Zivilisten zu denken. Da die Bomben meist unpräzise und willkürlich – im schlimmsten Fall sogar absichtlich – auf Zivilpersonen abgeworfen werden, haben die Bombardierungen schreckliche Konsequenzen für die Bevölkerung. Wir sollten dafür sorgen, dass internationales, humanitäres Recht respektiert wird, das die kriegsführenden Staaten dazu verpflichtet, Zivilpersonen zu schützen. Nur eine Bürgerbewegung kann die Staaten dazu zwingen, sich diesem humanitären Problem zu stellen und sich gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung einzusetzen. Zusammen haben wir die Macht, ‚Nein‘ zu sagen“, erklärt Petra Schroeter, Geschäftsführerin von Handicap International Schweiz. 

Handicap International appelliert an alle Bürger, die Kampagne „Stop Bombing Civilians“ zu unterstützen und damit zur Einhaltung des internationalen, humanitären Völkerrechts aufzurufen. Die Online-Kampagne umfasst folgende Massnahmen:

> Petition

Bis September 2018 sollen in einer internationalen Petition 1 Million Unterschriften gesammelt und im Anschluss an politische Entscheidungsträger übergeben werden. Bisher haben diese Petition 389.350 Menschen unterzeichnet. Unterscreiben Sie jetz!

> Online-Kampagne "STOP"

Alle Bürger werden dazu aufgerufen, ein Foto von sich mit dem Wort „STOP“ in der Handfläche zu machen, um ihre Ablehnung gegen dieses unmenschliche Vorgehen zu zeigen. Das Foto soll in den sozialen Netzwerken mit dem Hashtag #StopBombingCivilians geteilt werden. Der Instagram-Account @StopBombing sammelt die veröffentlichten Fotos und stellt sie Fotos von Betroffenen von Bombenangriffen gegenüber – ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern.

Auf dem Instagram-Account @StopBombing werden ausserdem Bilder von Fotojournalisten gesammelt, die aus Kriegs- und Krisengebieten berichten. Ihre Bilder zeigen die schrecklichen Folgen des Einsatzes von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten.

 

 

Senden Sie uns Irh Foto: stop-bombing-civilians.org/dites-non-aux-bombardements-des-civils

„Wie schon frühere Kampagnen von Handicap International gegen Landminen und Streubomben gezeigt haben, dürfen wir diesen Umstand nicht einfach hinnehmen. Mithilfe einer Bürgerbewegung haben wir die Macht, die Staaten dazu zu bringen, sich gegen diese menschenverachtende Praxis einzusetzen und ihr ein Ende zu bereiten“, fügt Petra Schroeter hinzu. 

Handicap International engagiert sich im Rahmen von INEW (International Network on Explosive Weapons) dafür, dass eine politische Erklärung möglichst vieler Staaten zustandekommt, um dem Einsatz von explosiven Waffnen auf bevölkerte Gebiete ein Ende zu bereiten. Die Organisation ruft alle Staaten dazu auf, sich diesem Vorhaben anzuschliessen und es zu unterstützen.

> Der Einsatz explosiver Waffen in bevölkerten Gebieten

Laut dem letzten Bericht der Organisation Action On Armed Violence, der im Mai 2017 erschien, wurden im Jahr 2016 45.624 Menschen durch Explosivwaffen getötet oder verletzt. 70 Prozent dieser Opfer waren Zivilpersonen – das entspricht 32.088 Menschen. Wenn Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten eingesetzt werden, stammen sogar bis zu 92 Prozent der Opfer aus der Zivilbevölkerung.

Die Bombardierung von Zivilisten hat schreckliche humanitäre Folgen: Schwere und zu Behinderungen führende Verletzungen, schwere psychische Traumata, immense Flüchtlingsströme und Verarmung der Bevölkerung, Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur (Krankenhäuser, Häfen, Brücken, etc.), Vernichtung der sozialen und wirtschaftlichen Strukturen, etc.

Während eines Angriffs explodiert ein variabler Prozentsatz der Waffen nicht beim Aufprall – so entsteht eine permanente Bedrohung für die Bevölkerung, auch lange nach Ende der Kämpfe. Explosive Kriegsreste erschweren zudem die Rückkehr der Zivilbevölkerung nach Konflikten.

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Nadia Ben Said
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