Sechs Jahre nach dem Erdbeben engagiert sich Handicap International immer noch an der Seite der Menschen in Haiti

Rehabilitation
Haiti

Am 12. Januar 2010 verwüstete ein Erdbeben Haiti und es gab mehr als 230.000 Tote und mehr als 300.000 Verletzte. Um den Opfern zu helfen, setzte Handicap International Ressourcen in einem nie zuvor dagewesenen Umfang ein. Heute setzt die Organisation ihre Arbeit mit den Menschen in Haiti fort.

Yolande, einer unserer Begünstigten nach dem Erdbeben in Haïti 2010

Yolande, einer unserer Begünstigten nach dem Erdbeben in Haïti 2010 | (c) William Daniels / Handicap International

> Nachhaltige Unterstützung

Sechs Jahre nach dem Erdbeben, das das Land verwüstet hat, realisiert Handicap International neue Projekte und gewährt nachhaltige Unterstützung.

Angesichts eines Mangels an Kompetenzen vor Ort auf dem Gebiet der Rehabilitation nach dem Erdbeben organisierte Handicap International die erste Ausbildung für RehabilitationstechnikerInnen in Haiti. Im August 2015 schlossen 72 Auszubildende die Ausbildung erfolgreich ab [1]. Ausserdem bildet Handicap International Menschen weiter, die bereits im Bereich Rehabilitation tätig sind, aber keine formale Ausbildung absolviert haben; die Organisation verbessert darüber hinaus den Zugang zu qualitativ hochwertigen Dienstleistungen und unterstützt Gesundheitseinrichtungen.

Viele Menschen leben seit dem Erdbeben in Lagern, da sie ihre Häuser verloren haben. Als Teil eines Projekts, das darauf abzielt, diese Menschen in andere Regionen umzusiedeln, stellt Handicap International sicher, dass Wohnraum für Menschen mit Behinderung zugänglich ist. Die Organisation ergreift auch Massnahmen, um dabei zu helfen, dass die Integration dieser Menschen in ihre neue Umgebung von längerer Dauer ist.

Handicap International verfolgt auch das Ziel, allein gelassene Kinder besser zu schützen und die mit Naturkatastrophen verbundenen Risiken zu reduzieren.

Die Organisation hat es auch mehr als 200 Menschen - hauptsächlich Menschen mit Behinderung - ermöglicht, einer wirtschaftlichen Betätigung nachzugehen und sie arbeitet mit AkteurInnen der lokalen Wirtschaftsentwicklung zusammen, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderung bei deren Massnahmen berücksichtigt werden. Schliesslich sensibilisiert die Organisation die Menschen für Sicherheit im Strassenverkehr und fördert den Zugang von Menschen mit Behinderung zum öffentlichen Verkehr.

Proclamation des 72 diplômés techniciens en réadaptation organisée par Handicap International à l'hôtel Karibe, à Port-au-Prince, le 27 août 2015
 

> Die Ergebnisse unserer Arbeit

Nur wenige Tage, nachdem das Erdbeben Haiti am 12. Januar 2010 erschütterte, hat Handicap International Hunderte von Menschen mobilisiert[1], Versorgungsmassnahmen ergriffen, Mittel bereitgestellt und eine Werkstatt zur orthopädischen Versorgung eingerichtet. Mehr als 90.200 Menschen haben eine Grundversorgung (Zugang zu Gesundheitsversorgung usw.) erhalten und Rehabilitationskurse besucht. Die Organisation hat mehr als 1.400 Menschen mit Prothesen ausgestattet, mehr als 6.000 Mobilitätshilfen (Rollstühle, Krücken und Rollatoren) verteilt und mehr als 25.000 Menschen eine psychosoziale Unterstützung gewährt. Die Teams von Handicap International haben auch mehr als 1.000 Unterkünfte für die schwächsten Familien errichtet und mehr als 20.000 Tonnen Hilfsmittel für von der Katastrophe betroffene Menschen bereitgestellt.

 

 

> Erfahrungsbericht: Fymée

Fymée lernt mit ihrer temporären Oberschenkelprothese wieder laufen.

Fymée wird von den Teams von Handicap International begleitet und mit einer Prothese ausgerüstet. Mehr lesen.

[1] 22 OrthopädietechnikerInnen und 50 RehabilitationstechnikerInnen.

[2] In der Spitze bis zu 600 Menschen, darunter 80 aus dem Ausland.

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

 „Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“
© Philippa Poussereau / HI

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“

Ibrahim ist einer von mehr als 600‘000 Rohingya, die vor der im August 2017 ausgebrochenen Gewalt in Myanmar geflohen sind. Er ist einer von vielen und hat bleibende Verletzungen erlitten. HI Physiotherapeutin Farhana arbeitet im Kutupalong Camp in Bangladesch, eines der grössten Flüchtlingslager der Welt.

Die Geschichte von Malak: die Nothilfe von HI in der syrischen Krise
© Elisa Fourt

Die Geschichte von Malak: die Nothilfe von HI in der syrischen Krise

Im Dezember 2015 verlor Malak ein Bein, als ein Luftangriff ihr Haus in Syrien traf. Ein paar Monate später fanden das kleine Mädchen und seine Familie Zuflucht im Camp Zaatari in Jordanien. Dort begann Handicap International (HI) unmittelbar mit Physiotherapie und passte ihr eine Prothese an. Mittlerweile ist Malak mit ihrer Familie nach Syrien zurückgekehrt. Nun wird sie von einem Partner von HI vor Ort weiterbehandelt.
 

Zum ersten Mal seit dem Bombenangriff steht Abdel Rahman wieder auf und macht die ersten Schritte
© William Daniels / HI

Zum ersten Mal seit dem Bombenangriff steht Abdel Rahman wieder auf und macht die ersten Schritte

Der 12-jährige Abdel Rahman wurde im Mai 2017 Opfer eines Bombenangriffs in Mossul. Damals musste sein rechtes Bein amputiert werden. Seitdem lebt er mit seiner Familie im Flüchtlingslager Hasansham im Irak. Die Mitarbeiter von Handicap International (HI) helfen mit Rehabilitation und psychologischer Unterstützung.