Sierra Leone offiziell für Ebola-frei erklärt

Gesundheit und Prävention Nothlife
Sierra Leone

Nach Liberia feiert nun auch Sierra Leone das offizielle Ende der Ebola-Epidemie auf seinem Staatsgebiet. Handicap International hat intensiv an diesem Erfolg mitgearbeitet.

ein Teil des Teams des Projekts von Ebola

“Als der Sieg über Ebola am 7. November 2015 verkündet wurde, war das ein Feiertag für das Volk von Sierra Leone und für alle, die diese Epidemie bekämpft hatten“ | © J-B. Richardier / Handicap International

“Als der Sieg über Ebola am 7. November 2015 verkündet wurde, war das ein Feiertag für das Volk von Sierra Leone und für alle, die diese Epidemie bekämpft hatten“, erklärt Gaëlle Faure, Leiterin des Ebolaprogramms von Handicap International.

Nachdem es seit 42 Tagen keine Neuinfektionen mehr gab, ist Sierra Leone jetz offiziell Ebola-frei. Die Anzahl der bestätigten Krankheitsfälle war schon seit Anfang 2015 deutlich gesunken. Doch die schiere Grössenordnung und die weite Ausdehnung der Epidemie machte es sehr kompliziert, sie ganz zu besiegen. Das ganze Jahr über wurden Eingrenzungen erreicht und eine riesige Aktion gestartet, um das Virus aufzuspüren und auszurotten. Von der Bevölkerung wurden beträchtliche Anstrengungen unternommen, bis der letzte Krankheitsfall berichtet wurde.

„Das ganze Land war zur Mithilfe aufgerufen, und für Handicap International war es wichtig, in diese Anstrengungen eingebunden zu sein. Wir organisierten Einzelfallbehandlungen und den Transport von Menschen mit Ebola oder solchen, die Ebolasymptome aufwiesen, in der Region Freetown.  Unsere Teams übernahm den Transport von 98% der den Behörden des Western-Area-Districts gemeldeten Fälle. Insgesamt 3.783 Patienten wurden transportiert, ohne Ansteckungsgefahr für andere. Ausserdem haben unsere Teams während dieser Aktionen mehr als 1.800 Wohnungen dekontaminiert. Sie alle haben eine grossartige Arbeit geleistet!”

Beobachtuung der Situation bis zum Ende der Epidemie in der gesamten Region

Trotz dieses Erfolges müssen wir wachsam bleiben. Unsere Teams feiern die Erfolge – sind aber bereit, sofort aktiv zu werden, falls wieder Menschen an Ebola erkranken. Und wir beteiligen uns an der Wiederaufbauarbeit nach der Krise. „Wir wissen, dass es im Sommer neue Krankheitsfälle in Liberia gegeben hat, obwohl dieses Land im Mai für Ebola-frei erklärt worden war. Wir müssen weiter auf der Hut sein, denn trotz aller Anstrengungen ist es immer noch möglich, dass einzelne Fälle unentdeckt geblieben sind oder dass in Guinea, wo immer noch Krankheitsfälle gemeldet werden, Neuinfektionen stattgefunden haben. Ausserdem kämpfen viele Überlebende noch mit den Langzeitauswirkungen des Virus, sowohl in körperlicher wie in psychischer Hinsicht.

Wir feiern den Erfolg, gedenken aber auch der Opfer des Virus. Und wir achten auf die Menschen, die von der Krise direkt betroffen sind und mehr Zeit und Hilfe benötigen.“

10 November 2015
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Guinea-Bissau : Unsere Teams arbeiten daran, die Öffentlichkeit vor Covid-19 zu schützen
© HI
Gesundheit und Prävention Gesundheit und Prävention

Guinea-Bissau : Unsere Teams arbeiten daran, die Öffentlichkeit vor Covid-19 zu schützen

Unsere Teams in Guinea-Bissau haben Hygiene-Clubs und Radio-Aufklärungskampagnen ins Leben gerufen, um in Schulen und Gemeinden gegen Covid-19 zu kämpfen.

10’000 Rohingya-Familien von Feuer im Flüchtlingslager in Bangladesch betroffen
© Philippa Poussereau/HI
Nothlife

10’000 Rohingya-Familien von Feuer im Flüchtlingslager in Bangladesch betroffen

Nach den verheerenden Bränden am 22. März 2012 in den Rohingya-Flüchtlingslagern in Bangladesch begrüsst eine gemeinsame Erklärung internationaler NGOs die Zusammenarbeit verschiedener Akteure bei ihren Bemühungen, den betroffenen Menschen zu helfen, und schlägt Massnahmen vor, die nach dem Brand umgesetzt werden sollen.

6 Jahre Krieg im Jemen: das Land durch endlosen Krieg verwüstet
© ISNA agency / HI
Minen und andere Waffen Nothlife Rehabilitation Stop Bombing Civilians

6 Jahre Krieg im Jemen: das Land durch endlosen Krieg verwüstet

Der seit 6 Jahren andauernde Krieg im Jemen hat die grösste humanitäre Krise der Welt verursacht. Das Ausmass der Zerstörung der Infrastruktur durch massiven Bomben- und Granatenbeschuss in bewohnten Gebieten sowie die Kontamination durch Sprengkörper sind enorme Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Seit 2015 vor Ort, fordert Handicap International die Staaten auf, Massnahmen gegen die verheerenden Langzeitfolgen des Einsatzes von Sprengstoffwaffen in bewohnten Gebieten zu ergreifen. Sie müssen den Entwurf des internationalen Abkommens unterstützen, der derzeit verhandelt wird.