Syrien: seit sechs Jahren in der Krise | Handicap International CH
Gehe zum Hauptinhalt
 
 

Syrien: seit sechs Jahren in der Krise

Syrien

Am 15. März vor genau sechs Jahren begann der Bürgerkrieg in Syrien. Seit 2011 sind mehr als 300.000 Syrerinnen und Syrer gestorben und eine Million wurden verletzt. Fast fünf Millionen Menschen mussten aus ihrer Heimat fliehen und 6,5 Millionen gelten als Binnenflüchtlinge. 13,5 Millionen Menschen in Syrien sind im Moment auf humanitäre Hilfe angewiesen. Handicap International unterstützt die Menschen in Syrien seit Ausbruch der Krise und hat sich in den letzten vier Jahren zahlreichen Hilfsaktivitäten in Syrien gewidmet.

@Armelle Toucour

Seit Januar 2013 arbeitet Handicap International gemeinsam mit verschiedenen Partnerorganisationen direkt in Syrien, um die vom Konflikt betroffenen Menschen zu unterstützen. Zu den wichtigsten Prioritäten gehört es, Rehabilitationsleistungen anzubieten, die auf die Bedürfnisse dieser Gruppe zugeschnitten sind. Seit Beginn unserer Aktivitäten in Syrien haben wir dieses wichtige Anliegen verfolgt und für zehntausende Syrerinnen und Syrer physiotherapeutische Behandlungen zur Verfügung gestellt, Prothesen und Orthesen orthopädisch angepasst und die Verletzten und Menschen mit körperlicher Behinderung mit Mobilitätshilfen (wie zum Beispiel Rollstühle und Gehhilfen) ausgestattet.

Außerdem bietet Handicap International auch psychologische Betreuung an. Mélanie Broquet, Leiterin und Koordinatorin der Programme von Handicap International in Syrien, erklärt:

„Die Menschen, die in Syrien geblieben sind, haben mehr als fünf Jahre Krieg erlebt. Das ist eine sehr traumatische Erfahrung. Sie sollten die Möglichkeit haben, darüber zu reden, wenn sie das Bedürfnis danach verspüren. Sie sollten mit ihrem Schmerz nicht allein gelassen werden. Ihr psychisches Wohlbefinden ist in dieser Situation genauso wichtig wie ihre körperliche Gesundheit.“

 

Schutz vor explosiven Kriegsresten

Zusätzlich zur Versorgung und Behandlung der sichtbaren und unsichtbaren Verletzungen der Menschen organisiert Handicap International auch die Aufklärung über die Risiken von Landminen und anderen Sprengkörpern, um die Menschen vor diesen explosiven Kriegsresten zu schützen. So wollen wir ein Bewusstsein für die Gefahren und Auswirkungen von konventionellen Waffen schaffen, die seit Beginn des Konflikts in Syrien eingesetzt werden. Je mehr die Menschen in Syrien über die Gefahren wissen, desto besser können sie sich vor ihnen schützen. Seit Beginn unserer Aktivitäten in Syrien haben wir schon mehr als 300.000 Syrerinnen und Syrer in unseren Veranstaltungen sensibilisiert.

Im Rahmen der humanitären Hilfe verteilen Handicap International und lokale Partnerorganisationen regelmäßig Nahrungsmittel und Gegenstände des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Decken, Matratzen und Küchenutensilien an die Menschen, die am schwersten vom Konflikt betroffen sind. Um sicherzustellen, dass diese Notfallmaßnahmen auch alle Menschen erreichen, engagiert sich Handicap International zusätzlich für eine inklusive Hilfe: Wir schulen und unterstützen andere humanitäre Akteure, sodass auch sie die Schutzbedürftigsten in ihren Hilfsaktionen besser berücksichtigen.

Im Rahmen der humanitären Hilfe für das syrische Volk ist Handicap International mit ähnlichen Aktivitäten für Flüchtlinge in Jordanien und im Libanon tätig. Seit 2012 haben wir schon über 900.000 Menschen in der Region unterstützt.

 

Handicap International und die Syrienkrise:

Mehr als 900.000 Menschen haben seit Beginn der Aktivitäten im Jahr 2012 von der Hilfe der Organisation profitiert. Handicap International leistet sowohl physische Rehabilitation als auch psychologische Unterstützung für Verletzte, Menschen mit Behinderung und besonders schutzbedürftige Menschen. Außerdem verteilt Handicap International lebenswichtige Hilfsgüter, um die Bedürfnisse dieser Menschen abzudecken. Weiterhin klären wir die lokale Bevölkerung durch Sensibilisierung und Informationen über die  Gefahren von explosiven Kriegsresten auf, um Unfälle zu vermeiden.

28 Februar 2017
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Shahid: „Ich kann endlich in die Schule!“
©HI
Gesundheit und Prävention Rehabilitation

Shahid: „Ich kann endlich in die Schule!“

Die kleine Shahid wurde 2011 in Syrien schwer verletzt und kann seither nicht mehr laufen. Nun wird sie von HI mit Physiotherapie und Prothesen versorgt, um wieder mobil zu werden.

Syrien: Rückkehr für Geflüchtete schier unmöglich
© HI
Minen und andere Waffen

Syrien: Rückkehr für Geflüchtete schier unmöglich

50 Nichtregierungsorganisation, darunter Handicap International (HI), veröffentlichen auf Grundlage von Interviews mit Geflüchteten innerhalb und ausserhalb Syriens den Bericht “Into the unknown: Listening to Syria’s displaced in the search for durable solutions” („Reise ins Ungewisse: Syriens Flüchtlingen auf der Suche nach nachhaltigen Lösungen zuhören“). Der Bericht wird anlässlich der 4. Geberkonferenz für Syrien herausgebracht, die vom 22. bis 30. Juni in Brüssel stattfindet. Ziel ist es, den syrischen Geflüchteten das Wort zu erteilen. Sie beschreiben ihre Lebensbedingungen und erklären, wie sie in die Zukunft blicken.

1 Million Geflüchtete in Idlib – die schlimmste humanitäre Krise in neun Jahren Syrien-Konflikt: Appell von HI an schweizer Politiker und Bürger
(c) E. Fourt
Nothlife Stop Bombing Civilians

1 Million Geflüchtete in Idlib – die schlimmste humanitäre Krise in neun Jahren Syrien-Konflikt: Appell von HI an schweizer Politiker und Bürger

Fast eine Million Menschen - hauptsächlich Frauen und Kinder – sind vor den Kämpfen und Bombenangriffen in Idlib, Syrien, geflohen. Deshalb fordert Handicap International (HI) alle Staaten auf, sich vollständig in den aktuellen internationalen diplomatischen Prozess einzubringen, der die Zivilbevölkerung in bewohnten Gebieten besser vor Explosivwaffen schützen soll.