Laos

Mehr als 50 Jahre nach dem U.S.-Bombardement ist Laos immer noch eines der am stärksten von Streumunition verseuchten Gebiete auf diesem Planeten. Die dramatischen Konsequenzen: Seit 1964 wurden rund 50'000 Menschen getötet.

HI - Laos

© Alexandre Gelebart / 20 Minutes / HI

Laufende aktivitäten

Die Kampfmittelräumungsteams von Handicap International arbeiten auf drei Ebenen: Einerseits werden Gebiete, die wieder der öffentlichen Nutzung zugeführt werden sollen (z.B. Schulhöfe), systematisch abgesucht und von explosiven Kriegsresten befreit, andererseits reagieren unsere Teams auf Warnungen der Bevölkerung, wenn Meldungen über Streumunition oder andere Kriegsreste gemacht werden. Diese werden dann gezielt und kontrolliert gesprengt. Zu guter Letzt führen unsere Teams Aufklärungsveranstaltungen in den Dörfern durch, um die Bevölkerung auf die Gefahr hinzuweisen. Diese Aktionen werden in den vier am schlimmsten betroffenen Distrikten der Provinz Savannakhet durchgeführt. Seit 2006 haben unsere Teams in Laos mehr als 3 500 000 m² Land gesäubert und etwa 24'000 explosive Kriegsreste vernichtet.

Gleichzeitig leiten wir auch Entwicklungsprojekte zur Aufklärung, um die Früherkennung von Beeinträchtigungen und die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderung voranzutreiben. Speziell Kinder unter fünf Jahren sollen so geschützt werden. Spezialistinnen und Spezialisten bilden Krankenschwestern  in Sachen Geburtshilfe und Neugeborenenpflege weiter. Im Rahmen der postnatalen und Neugeborenen-Präventivversorgung werden zukünftige Eltern auch informiert, welche Faktoren eine Schwangerschaft gefährden oder bei einem Kind eine Behinderung hervorrufen können. Sowohl Eltern als auch die Gesellschaft im Allgemeinen bekommen dadurch ein besseres Verständnis für Behinderungen. Ausserdem mindern wir das Risiko für Verkehrsunfälle, welche immer noch ein häufiger Grund für Behinderungen sind. Wir führen eine Sensibilisierungskampagne für Schulkinder durch, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen (Helmpflicht, Alkohol oder Handys am Steuer, Raser etc.).

Wir sorgen auch für den Zugang zu Arbeit und helfen Menschen mit Behinderung dabei, ein eigenes Geschäft aufzubauen. Ausserdem unterstützen wir lokale Organisationen von Menschen mit Behinderung bei der nationalen Umsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderung.

Nicht zuletzt arbeiten wir auch daran, die Versorgung mit Rehabilitationsmassnahmen zu verbessern. Wir kooperieren mit öffentlichen Einrichtungen, um den Rehabilitationssektor des Landes weiterzuentwickeln, und bieten Aus- und Weiterbildungen für Spezialistinnen und Spezialisten auf dem Gebiet an.

Neueste aus den projekten

Eine einzigartige Uhr unterstützt die Minenräumung in Laos
Handicap International

Eine einzigartige Uhr unterstützt die Minenräumung in Laos

Die Züricher Uhrenmarke SEVENFRIDAY schliesst sich mit Handicap International zusammen, um die Uhr M1/05 Freedom Off-Series anzubieten. Das Modell steht ab dem 25. November in einer limitierten Auflage von 100 Exemplaren zum Preis von CHF 1230.- zum Verkauf. Der gesamte Erlös geht an Handicap International und wird dazu dienen, unsere Entminungsprojekte in Laos zu unterstützen.

Obama besucht Laos – Textron beendet Streubombenproduktion
(c) Thoummy Silamphan

Obama besucht Laos – Textron beendet Streubombenproduktion

Gleichzeitig zur Streubombenkonferenz in Genf besuchte US-Präsident Obama Laos. Bei diesem historischen Besuch sagte er 90 Mio. Dollar für die Beseitigung der Millionen Blindgänger aus Streubomben zu, die seit der US-Bombardierung im Vietnam-Krieg das Land belasten. Das schwer verseuchte Laos braucht dringend Unterstützung, um von den Gefahren befreit zu werden und die Opfer zu versorgen. Über 80 Staaten erklärten derweil bei der Konferenz zum Streubomben-Verbot in Genf, dass die Welt bis 2030 frei von Streubomben sein soll. Ob sich diese begrüßenswerte Vorhaben auch für Laos umsetzen lässt, bleibt allerdings fraglich.

Die Vereinigten Staaten müssen der Streubombenkonvention beitreten!
© S.Goldberg / Handicap International
Minen und andere Waffen

Die Vereinigten Staaten müssen der Streubombenkonvention beitreten!

Zeitgleich zur jährlichen Streubombenkonferenz in Genf besucht US-Präsident Barack Obama Laos vom 6. bis 8. September - als erster Präsident nach dem Südostasien-Krieg. Obama wird an einem Treffen der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) teilnehmen, die vom 6. bis 8. September in Laos tagt. Sein Besuch findet 40 Jahre nach dem Ende des Vietnamkriegs statt. Während dieses Kriegs liessen die Vereinigten Staaten zwei Millionen Tonnen Bomben auf Laos regnen, darunter auch Streubomben mit 270 Millionen Submunitionen.

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Hintergrund

50 Jahre lang Auge in Auge mit unzähligen explosiven Kriegsresten – diese Tatsache hat auch die Wirtschaft in Laos beeinträchtigt. Nicht umsonst zählt das Land in Südostasien nach wie vor zu einem der ärmsten Länder der Welt.

Die Demokratische Volksrepublik Laos ist das Land mit den meisten explosiven Kriegsresten weltweit. Von 17 Provinzen in Laos sind 15 mit etwa 80 Millionen nicht explodierten Kriegsresten verseucht. Der Grossteil ist Streumunition, die die USA vor 50 Jahren während des Vietnamkriegs auf das Land abwarf. Diese explosiven Kriegsreste terrorisieren die Bevölkerung bis heute und töten oder verstümmeln wahllos. Seit 1964 wurden mehr als 50'000 Menschen durch diese Waffen getötet oder verletzt – und fast die Hälfte von ihnen in Friedenszeit. Trotz eines starken Rückgangs der Opferzahlen gibt es jedes Jahr 40 oder 50 traurige Fälle. Das Grausamste daran ist, dass die häufigsten Opfer dieser Waffen Kinder sind.

Laos ist eines der ärmsten Länder der Welt. Es steht vor vielen grossen Herausforderungen. Die die starke Unterernährung im Land ist besorgniserregend. Der Zugang zu Gesundheitsversorgung ist vor allem in ländlichen Gebieten sehr begrenzt und die medizinischen Fachkräfte sind meist nur unzureichend ausgebildet.

Einsatzländer