Mali

Handicap International unterstützt die Menschen in Mali, die zuerst von einer schweren Dürre und schliesslich im Jahr 2012 auch noch von dem Konflikt, der das Land in zwei Teile spaltete, schwer getroffen wurden. Rund 15 Projekte werden von uns geleitet, darunter zum Beispiel: Hilfe für die Betroffenen, Reduzierung der Risiken von bleibenden Behinderungen bei Säuglingen und Kleinkindern sowie Verbesserung der Inklusion von Menschen mit Behinderung und Unterstützung.

Handicap International - Mali

© Sébastien Rieussec / Handicap International

Laufende aktivitäten

Vor dem Hintergrund extremer Armut arbeiten wir sowohl im Norden als auch im Süden des Landes, um die malische Bevölkerung so gut wie möglich zu unterstützen. Unsere Teams helfen den Opfern der letzten Konflikte und setzen sich für die Rechte und Würde der Menschen mit Behinderung ein.

Seit Sommer 2012 mobilisieren wir weitere Teams aufgrund der humanitären Krise im Norden des Landes. Unsere Fachkräfteräumen explosive Kriegsreste, die eine Gefahr für die gesamte Bevölkerung – nicht zuletzt für Kinder – darstellen.

Wir kümmern uns auch weiterhin um die Betroffenen der kriegerischen Auseinandersetzungen, verstärken die Gesundheitsversorgung in der Region von Timbuktu, starten Aufklärungskampagnen gegen Nahrungsmittelknappheit und machen auf die Unterernährung von Kindern aufmerksam. Ausserdem unterstützen wir Frauennetzwerke, die sich für Friedens- und Versöhnungsinitiativen engagieren.

Gleichzeitig führen wir Kampagnen gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung und für deren Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und Arbeit durch. Zu guter Letzt bilden wir medizinisches Personal zur Früherkennung von Behinderungen aus. Dadurch ist es möglich, bleibende Behinderungen zu verhindern oder wenigstens zu minimieren.

Seit 2016 leiten wir ein Projekt zur Risikoprävention von Fehlentwicklungen und anderen Behinderungen aufgrund von Mangelernährung bei Kleinkindern mithilfe von Physiotherapie und psychoaktiver Stimulation (Eltern werden dazu angehalten stärker mit ihren Kindern zu interagieren und sie mittels Spielen zu stimulieren). Das Projekt wird voraussichtlich 9.000 malischen Kindern innerhalb der nächsten zwei Jahre helfen.

Neueste aus den projekten

Wir hatten eine schwarze Metallkugel gefunden und wollten sie öffnen
(c) Handicap International
Minen und andere Waffen

Wir hatten eine schwarze Metallkugel gefunden und wollten sie öffnen

"Meine Freunde und ich hatten eine schwarze Metallkugel gefunden und wollten sie öffnen. Ich warf sie auf einen Stein, und danach kann ich mich an nichts mehr erinnern. Als ich die Augen aufmachte, tat es schrecklich weh. Dann habe ich erfahren, dass ich mein rechtes Bein und meine rechte Hand verloren habe. Und dass meine Freunde tot waren". Amadou, 13.

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Hintergrund

Mali, ist nach Niger das zweitgrösste Land in Afrika und eines der weltweit ärmsten Länder. In der jüngeren Geschichte des Landes haben Dürren, politische Unruhen und bewaffnete Konflikte das Land in eine Krise gestürzt, die sich in geschwächten staatlichen Institutionen und landesweiten Binnenflüchtlingsströmen äussern.

Im Januar 2012 eroberte die Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawat (MNLA) grosse Teile Nordmalis. Viele islamistische Gruppen schlossen sich an. Zwei Monate später wurde der Präsident gestürzt. Das Land wurde von einem bewaffneten Konflikt heimgesucht, der nur durch eine Intervention durch die malischen und französischen Streitkräfte eingedämmt werden konnte.

Kämpfe unter den zahlreichen bewaffneten Gruppierungen führten zu einer Verbreitung von Kleinwaffen. Die Gefahr durch explosive Kriegsreste in bewohnten Gegenden steigt. 2012 waren mehr als die Hälfte der zivilen Opfer von explosiven Kriegsresten in Mali Kinder.

Etwa 350.000 Menschen mussten vor den bewaffneten Auseinandersetzungen in die Nachbarländer fliehen. Mehr als 280.000 Binnenflüchtlinge zogen Richtung Süden und ins Zentrum des Landes, wo die Bevölkerung selbst seit 2011 unter der schrecklichen Nahrungsmittelknappheit leidet.

Die humanitäre Situation wird immer besorgniserregender. Das öffentliche Leben ist in allen Bereichen schwer betroffen (Gesundheitswesen, Bildung, öffentliche Verwaltung etc.) und Flüchtlinge und Vertriebene müssen trotz der schlimmen Verhältnisse nach Hause zurückkehren.

Das Land lebt in extremer Armut. Es ist auf Rang 179 von 188 des Human Development Index. Politische Instabilität und der Konflikt seit 2012 haben die Situation noch verschlimmert. Malis Anstrengungen, Zugang für Jeden zu Bildung, HIV/AIDS-Bekämpfung und allgemeine Versorgung mit Trinkwasser zu erreichen, wurden dadurch sehr erschwert.

In der Bevölkerung sind Menschen mit Behinderung allgemein eine ausgeschlossene Gruppe und häufig Opfer von Diskriminierung und Vorurteilen. Sie stellen die grösste Minderheit des Landes dar. Sie haben keinen oder nur sehr begrenzten Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Beschäftigung. Nur ein sehr kleiner Teil der Kinder mit Behinderung geht zur Schule. In Zeiten der Krise finden sich die ohnehin schon benachteiligten Menschen immer öfter in einer besorgniserregenden Lebenslage.

Einsatzländer