Was sind Streubomben?

Minen und andere Waffen
Laos Syrien

Obwohl Streubomben nach der Streubombenkonvention von 2010 verboten wurden, wurden sie innerhalb der letzten 2 Jahre in mehreren Fällen bei Konflikten in Syrien, Jemen, Libyen und dem Sudan eingesetzt. Tausende Zivilistinnen und Zivilisten wurden dabei verletzt oder gar getötet. Die Zivilbevölkerung leidet unter der Bedrohung von Streubomben am meisten. Doch was genau sind diese Bomben eigentlich?

Eine alte Streubombe liegt im Schlamm

Kampfmittelräumer von Handicap International auf der Suche nach Streubomben in einem Reisfeld in Laos | Handicap International

Streutechnik

Eine Streubombe ist ein Behälter, gefüllt mit kleineren explosiven Teilen, den sogenannten Submunitionen. Dieser Behälter kann eine Box, Rakete, Granate oder etwas ähnliches sein. Von einem Flugzeug abgeworfen, oder vom Boden aus abgefeuert, öffnet der Behälter sich in der Luft und lässt die Submunitionen frei. Dadurch wird eine fast vollkommen willkürliche, riesige Fläche bombardiert.

Die Zivilbevölkerung: Die am schlimmsten betroffenen Opfer

Streubomben töten, verletzten, verstümmeln und verursachen schreckliche psychische Traumata. Bis zu 97% der registrierten Opfer stammen aus der Zivilbevölkerung – Anders gesagt: Fast alle Opfer sind Zivilistinnen und Zivilisten.

Langzeitbedrohung

Bis zu 40% der Submunitionen explodieren beim Einschlag nicht. Entweder sind sie zu leicht oder der Boden zu weich oder ein technischer Fehler verhindert die Explosion. Da sie immer noch aktiv sind, sind diese Blindgänger nun genauso gefährlich wie Antipersonenminen. Sie können jederzeit explodieren. Sogar bei kleinsten Bewegungen. Sie machen ganze Gebiete unbewohnbar und verhindern eine Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben und vertreiben Menschen aus ihrer Heimat. Diese explosiven Waffen sind ein Gefahr für die Zivilbevölkerung und das auch manchmal noch Jahrzehnte nachdem der Konflikt beendet wurde.

Laos – das am stärksten verseuchte Land der Welt

Laos ist das traurige Beispiel für die Langzeitbedrohung, die von den Subsumtionen ausgeht. Obwohl Laos vor 40 Jahren, zwischen 1964 und 1973, das letzte Mal bombardiert wurde, verursachen die Blindgänger von damals immer noch schwere Unfälle und oft sind die Opfer Kinder.

Wer produziert Streubomben?

16 Länder produzieren anscheinend noch Streubomben, darunter China, Russland und Israel. Die USA produzieren nicht mehr, behalten sich aber vor, das in Zukunft wieder zu tun. Insgesamt 59 Länder lagern mehrere Millionen Submunitionen weltweit. Die USA hat einen Lagerbestand von schätzungsweise 3 Millionen Submunitionen. Dagegen haben Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien, die die Konvention unterschrieben haben, kürzlich sämtliche Lagerbestände vernichtet.

Was besagt die Streubombenkonvention?

Die Konvention für das Verbot von Streubomben (Oslo Konvention) trat im August 2010 in Kraft. Unterschrieben wurde sie von 119 Staaten. Die Konvention verbietet Einsatz, Produktion, Handel und Lagerung von Streubomben. Außerdem verpflichteten sich die unterzeichnenden Parteien dazu, Opferhilfe zu leisten und die kontaminierten Gebiete zu räumen.

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