Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Minen und andere Waffen Mobilisierung Stop Bombing Civilians
Schweiz

Vertreter von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmenden unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. 

© A. Al Osta / HI

Die Staaten waren der Einladung Österreichs gefolgt, sich über die schrecklichen Auswirkungen zu informieren, die Zivilisten durch Bombenangriffe und Beschuss in städtischen Gebieten erleiden müssen. Darüber hinaus wurde über die technischen, rechtlichen und militärischen Aspekte der Kriegsführung in Wohngebieten diskutiert.

"Wir freuen uns, dass die Staaten endlich handeln und eine politische Erklärung aushandeln, wie wir es seit Langem gefordert haben. Wir werden konstruktiv an diesem Prozess teilnehmen, Beweise aus den betroffenen Gebieten liefern und öffentliche Kampagnen verstärken, um sicherzustellen, dass diese einzigartige Möglichkeit, menschliches Leid zu lindern, zu einem erfolgreichen Ergebnis führt. Die künftige politische Erklärung muss den Einsatz von Explosivwaffen in besiedelten Gebieten beenden und konkrete Massnahmen zur Unterstützung der betroffenen Menschen beinhalten“ 

erklärt Anne Héry, Direktorin Advocacy bei HI.

Der diplomatische Verhandlungsprozess soll mit einer Konferenz Anfang 2020 in Dublin abgeschlossen werden, auf der die politische Erklärung zur Zustimmung vorgelegt werden soll. HI und Mitglieder von INEW werden unterdessen den Dialog mit den Staaten fortsetzen, um sie davon zu überzeugen, dass diese eine starke politische Erklärung zur Beendigung des Einsatzes von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten unterstützen und der betroffenen Bevölkerung helfen müssen. 

HI erinnerte die Teilnehmer der Konferenz an die menschliche Tragödie mit einem Mahnmal für den unbekannten Zivilisten“, welches am Eingang der Konferenz aufgestellt wurde. Der Präsident der Konferenz Thomas Hajnoczi legte zusammen mit dem Vizepräsidenten des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) Gilles Carbonnier, Hansjörg Strohmeyer vom Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) und der politischen Direktorin von HI, Anne Héry, Blumen am Denkmal nieder, um allen Opfern von Explosivwaffen zu gedenken.  Das Mahnmal wird künftig noch an weiteren Orten aufgestellt werden. 

HI bittet alle Bewohner um Unterstützung, die Abgeordneten in sieben Ländern (Belgien, Deutschland, Frankreich, Kanada, Luxemburg, Schweiz, Vereinigtes Königreich) zu mobilisieren und das aktive Engagement ihrer Regierungen zu erreichen. Die Bürger/-innen sind aufgerufen, ihre Abgeordneten auf einer speziellen Internetplattform anzuschreiben und ihre Regierung aufzufordern, sich gegen den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten zu engagieren.
 

Pressemitteilung  als PDF lesen

4 Oktober 2019
Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Jahresbericht 2020 von Handicap International Schweiz
© Adrienne Surprenant / HI
Betroffenen Gesundheit und Prävention Inklusion Mobilisierung Nothlife Stop Bombing Civilians

Jahresbericht 2020 von Handicap International Schweiz

Unser Jahresbericht 2020 ist jetzt veröffentlicht und blickt auf die Ereignisse dieses ganz besonderen Jahres zurück. Trotz der Einschränkungen und Schwierigkeiten waren unsere Teams in der Lage, sich anzupassen und die Kontinuität der Projekte im Feld und in der Schweiz zu sichern. Dank Ihrer Grosszügigkeit konnten wir mehr als 4 Millionen Menschen unterstützten.

Laos: 25 Jahre Minen-Räumung
© N. Lozano Juez / HI
Minen und andere Waffen

Laos: 25 Jahre Minen-Räumung

Laos ist Jahrzehnte nach Ende des Krieges weltweit das Land mit der höchsten Verseuchung durch Streumunition. Noch immer sind einige Gebiete voller explosiver Kriegsreste. Vor 25 Jahren, im Juni 1996, begann die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International mit der Räumung.

Humanitäre Hilfe in Syrien gefährdet
© G. Dubourthoumieu / HI
Minen und andere Waffen Stop Bombing Civilians

Humanitäre Hilfe in Syrien gefährdet

In einem Monat läuft die Resolution zur grenzüberschreitenden humanitären Hilfe nach Syrien aus. Verschiedene Hilfsorganisationen, darunter Handicap International, warnen vor einer drohenden humanitären Katastrophe, wenn der UN-Sicherheitsrat die Resolution nicht vor ihrem Auslaufen verlängert. Mehr als eine Million Menschen wären dann von der Versorgung mit lebenswichtiger humanitärer Hilfe abgeschnitten.