Zum 4. April der Internationale Tag der Aufklärung über die Minengefahren und der Unterstützung bei der Minenräumung

Minen und andere Waffen
International

Während der letzten drei Jahre ist die Zahl der Opfer durch Minen und explosive Kriegsreste (ERW) dramatisch angestiegen. Mindestens 8.605 Menschen wurden durch derartige Waffen im Jahr 2016 getötet oder verletzt, 2013 waren es 3.450. Dieser Anstieg um 150 Prozent ist vor allem auf die vielen Opfer in den Konfliktgebieten Afghanistan, Libyen, Ukraine und Jemen zurückzuführen. Dort werden Wohngebiete massiv und systematisch bombardiert. Handicap International (HI) fordert erneut, dass diese Praxis sofort eingestellt und von der internationalen Gemeinschaft scharf verurteilt wird.

Im Januar 2017 startete Handicap International seine Minenräumungsaktivitäten im Irak. © Elisa Fourt / HI

Im Januar 2017 startete Handicap International seine Minenräumungsaktivitäten im Irak. © Elisa Fourt / HI

Diese traurige Bilanz steht in direktem Zusammenhang mit dem massiven Einsatz von explosiven Waffen in besiedelten Gebieten in den jüngsten Konflikten (Irak, Syrien, Jemen, Ukraine ...), einschliesslich verbotener Waffen wie Antipersonenminen und Streumunition. Der Einsatz von explosiven Waffen in besiedelten Gebieten tötet und verletzt zu 90% Zivilisten.

Der syrische Konflikt ist besonders durch den massiven und wiederholten Einsatz explosiver Waffen gekennzeichnet. Laut einer Zählung der International NGO Safety Organisation (INSO) fanden 2017 in Syrien 33.394 Angriffe mit Sprengstoffwaffen statt (das sind 70% der insgesamt gemeldeten Vorfälle).

Der Einsatz von explosiven Waffen in besiedelten Gebieten ist massiv und geht kontinuierlich weiter. Dadurch werden hauptsächlich Zivilisten getötet und verletzt. Grosse Gebiete sind nach den Kämpfen mit explosiven Überresten kontaminiert, so wie Ost-Ghouta durch die am 18. Februar 2018 begonnenen Luftangriffe. Nach Angaben des United Relief Office kamen mehr als 1.700 Menschen seither um. Während der Rakka-Offensive im Jahr 2017 zerstörten massive Luftangriffe und Artilleriefeuer die Stadt und hinterliessen überall explosive Überreste. Es wird Jahre dauern, diese Gebiete zu räumen.

Im Irak, in Syrien, in der Ukraine usw. hinterlassen Bombardierungen und Artillerieangriffe explosive Kriegsreste, die weite Gebiete des Territoriums auch noch lange nach den Kämpfen dauerhaft kontaminieren, In Gebieten oder Dörfern, die von Bombenangriffen getroffen wurden bedrohen diese explosiven Kampfmittelrückstände das Leben der Zivilbevölkerung und macht es unmöglich, in das normale soziale und wirtschaftliche Leben zurückzukehren.

Der im November letzten Jahres veröffentlichte Jahresbericht des Landminen Monitors zeigt den steilen Anstieg der Opfer durch Minen oder explosive Kriegsreste von 3.450 im Jahr 2013 auf 8.605 im Jahr 2016. Der Bericht zeigt ausserdem, dass die Zahl der neuen Opfer industrieller oder handgemachter Minen und explosiver Kampfmittelrückstände in drei Jahren um 2,5 gestiegen ist, von 3.450 im Jahr 2013 auf 8.605 im Jahr 2016.

Diese Bilanz ist die schlimmste, die die Beobachtungsstelle seit der Veröffentlichung ihres ersten Jahresberichts im Jahr 2000 (9 228 Opfer im Jahr 1999) verzeichnet hat. Die Zahl der neuen Opfer steigt im dritten Jahr in Folge, nachdem sie 15 Jahre lang fast kontinuierlich zurückgegangen waren.

"Bombardierungen  und Artilleriebeschuss hinterlassen eine grosse Anzahl von explosiven Kriegsresten, da ein erheblicher Prozentsatz von Bomben, Raketen, Granaten usw. beim Aufprall nicht explodiert. Diese explosiven Überreste stellen noch  lange nach einem Kampf oder einem Konflikt eine dauerhafte Bedrohung für das Leben von Zivilisten dar; in etwa so wie die Bedrohung durch Antipersonenminen",

sagt Petra Schroeter, Geschäftsführerin von HI Schweiz

HI hat eine internationale Kampagne gestartet, in deren Mittelpunkt eine Petition steht, die ein klares „Nein zu Bomben auf Wohngebiete!“  ausspricht. HI will bis September 2018 1 Million Unterschriften sammeln und an politische Entscheidungsträger übergeben. Als Mitglied der Koalition INEW ((International Network on Explosive Weapons) ruft HI alle Staaten dazu auf, keine explosiven Waffen in bewohnten Gebieten zu verwenden. 


UNTERZEICHNEN SIE DIE PETITION

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Probleme in Notsituationen und bei Naturkatastrophen durch fehlende Karten
© Caroline Fréchard / HI
Innovationen

Probleme in Notsituationen und bei Naturkatastrophen durch fehlende Karten

Stellen Sie sich eine Stadt in Afrika mit Tausenden von Einwohnern vor, die durch eine einfache Strasse kartiert ist. In Notfällen sind die Akteure humanitärer Hilfe oft mit dem Fehlen von Karten konfrontiert, die jedoch für rasche Entscheidungen und damit für die Rettung von Menschenleben von wesentlicher Bedeutung sind. Um dieses Problem zu lösen, haben HI und crowdAI den Mapping Challenge gestartet. Die fünf besten Lösungen werden auf der 5. International Conference on Data Science and Advanced Analytics (internationale Konferenz über Datenwissenschaft und fortgeschrittene Analytik) vorgestellt, die vom 1. bis zum 4. Oktober 2018 in Turin stattfindet.

Bombenangriffe auf Zivilisten : 4‘500 Parlamentarier von HI zum Handeln aufgerufen
© William Daniels / HI
Minen und andere Waffen Stop Bombing Civilians

Bombenangriffe auf Zivilisten : 4‘500 Parlamentarier von HI zum Handeln aufgerufen

HI ruft 4‘500 Parlamentarier dazu auf, sich gegen Bombenangriffe auf Wohngebiete einzusetzen – eine Praxis, die in aktuellen Konflikten systematisch geworden ist und zu 92 Prozent Zivilisten trifft und tötet oder verletzt. Die politischen Entscheidungsträger müssen aktiv werden und dieser Praxis ein Ende setzen. Zu diesem Zweck fordert HI von den Parlamentariern in acht Ländern, Stellung zu beziehen, indem sie die Petition ‘Stop Bombing Civilians’ unterzeichnen und Druck auf ihre Regierungen auszuüben, um ein Ende von Explosivwaffen in bewohnten Gebieten voranzutreiben.

Reise zugunsten von Handicap International mit dem Ziel : Inklusion
© Jean Revillard
Handiflight around the world

Reise zugunsten von Handicap International mit dem Ziel : Inklusion

Die Vereinigung Handiflight startet im November 2018 ein fantastisches Projekt : Eine Flugreise von 80'000 Kilometern um die Welt. Die Sensibilisierung gegen Exklusion und Spenden zugunsten von Handicap International zu sammeln sind ihre Hauptziele. Der gesammelte Betrag wird eingesetzt, um den Schutzbedürftigsten zu helfen und Inklusionsprojekte für Menschen mit Behinderungen weltweit zu unterstützen.