20 Jahre nach der Unterzeichnung des Übereinkommens über das Verbot von Antipersonenminen sind Minen nach wie vor ein ungelöstes Problem

Die jüngsten Konflikte haben zu einem erneuten Einsatz von Antipersonenminen und in der Folge zu einer deutlichen Zunahme der Opfer geführt, nachdem ihre Zahl seit mehreren Jahren rückläufig war. 20 Jahre nach der Unterzeichnung des Übereinkommens über das Verbot von Antipersonenminen bleibt der Kampf gegen Landminen daher aktueller und dringender denn je.

J.Tusseau\Handicap International

Neue Verminung im grossen Stil vor allem im Nahen Osten

Gegenwärtig werden weite Landstriche, ganze Dörfer und Nachbarschaften absichtlich von staatlichen und nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen vermint, um der rückkehrenden Zivilbevölkerung gezielt Schaden zuzufügen. Minen richten nicht nur inakzeptables Leid an, sie behindern die sichere Fortbewegung und Rückkehr von Vertriebenen. Sie lähmen ausserdem den Zugang zu dringend benötigter humanitärer Hilfe, was den Wiederaufbau zusätzlich erschwert. All dies fördert und verstärkt die Flüchtlingskrise zusätzlich.

Erhöhte Opferzahlen

Aufgrund der anhaltenden Konflikte in Syrien, Irak und Jemen sind die Opferzahlen nach fast zwei Jahrzehnten stetigen Rückgangs wieder gestiegen. Gegenwärtig gibt es mehr als 20 Opfer pro Tag; eine Zahl, die von den lebenslangen Folgen nicht nur für die Minenopfer selbst, sondern für ganze Familien und Gemeinden überschattet ist. Von allen Opfern sind 80% Zivilisten, davon fast 40% Kinder. Weltweit sind noch über 60 Länder von minen verseucht.*
*Quelle: Landmine Monitor

Ottawa-Konvention auch nach 20 Jahren noch aktuell

Am 4. Dezember vor genau zwanzig Jahren fand die Landminenbewegung ihren Höhepunkt: in Ottawa unterzeichneten damals 121 Staaten das Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen, daher stammt der Name der „Ottawa Konvention“. Diese Konvention ist zu einem Modellbeispiel in der humanitären Abrüstung geworden.

Im Gedenken an die Bemühungen dieser bahnbrechenden Konvention, das Leiden auszurotten, welches durch Landminen verursacht wird, organisieren das Genfer Internationale Zentrum für humanitäre Minenräumung (GICHD) und Handicap International Schweiz gemeinsam eine zweiwöchige Ausstellung in Genf. Diese zeigt die Geschichte der Minen und der Konvention auf und informiert über Minenräumung und Opferhilfe. Diese Ausstellung beleuchtet die Geschichte der Minen sowie den Prozess, der vor 20 Jahren Staaten und Zivilgesellschaft auf beispiellose Weise zusammengebracht hat, um diese Waffen zu verbieten. Sie hebt auch die Rolle der Minenräumung, die erzielten Erfolge und die noch verbleibenden Herausforderungen hervor.

Die Ausstellung ist ab dem 27. November auch digital zugänglich: www.togetheragainstmines.org

Über die Ottawa Konvention

Das Übereinkommen über das Verbot von Antipersonenminen ist das bahnbrechende Abrüstungs- und humanitäre Instrument des Völkerrechts, das den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und den Transfer von Antipersonenminen verbietet und deren Vernichtung sicherstellt. Das Übereinkommen wurde am 4. Dezember 1997 unterzeichnet und trat am 1. März 1999 in Kraft. Es war das Ergebnis des "Ottawa-Prozesses", eines Vertragsverhandlungsprozesses, der durch eine beispiellose Partnerschaft zwischen einer Gruppe von Staaten, NGOs und den Vereinten Nationen gekennzeichnet ist. Bis heute haben sich 162 Staaten, die 80 % der Staaten der Welt repräsentieren, dem Übereinkommen angeschlossen. www.apminebanconvention.org

Die Rolle von Handicap International

Als Reaktion auf einen beispiellosen Anstieg der Zahl der Todesfälle und Verstümmelungen durch Antipersonenminen hat 1992 eine Gruppe von sechs Nichtregierungsorganisationen, darunter Handicap International, die Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) ins Leben gerufen, um auf die beispiellose Zunahme der Zahl der Todesfälle und Verstümmelungen zu reagieren. 1997 appellierte Handicap International an die Regierungen, ein weltweites Verbot von Antipersonenminen zu unterzeichnen und den Vereinten Nationen in Genf ein Symbol vorzustellen, um die vielen Opfer dieser Waffen zu symbolisieren: Broken Chair. Handicap International hat auch eine zentrale Rolle bei den Bemühungen gespielt, andere zivilgesellschaftliche Organisationen mit gleichgesinnten Staaten zusammenzubringen, um diesen historischen Vertrag abzuschließen. 1997 wurde ICBL mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. www.handicap-international.ch

Die Rolle des Genfer Internationalen Zentrums für humanitäre Minenräumung (GICHD)

Anlässlich der Unterzeichnung der Konvention am 4. Dezember 1997 kündigte die Schweiz an, ein Zentrum zur Erleichterung der Minenräumung einrichten zu wollen; infolgedessen ist das GICHD gegründet worden. Das GICHD ist ein global tätiges Expertenzentrum, das als Referenz in der Minenräumaktionen fungiert und in enger Partnerschaft mit Organisationen und anderen Akteuren der menschlichen Sicherheit daran arbeitet, die Auswirkungen von Minen, Streumunition und anderen Explosionsgefahren zu verringern. Das GICHD beherbergt auch das Sekretariat der Konvention (Implementation Support Unit). www.gichd.org


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Geneva International Centre for Humanitarian Demining (GICHD)
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T: +41 (0)22 730 93 38| M: +41 (0)79 693 43 23
a.vonsiebenthal@gichd.org | www.gichd.org

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