Nepal: Ein Jahr nach dem Erdbeben geht unsere Hilfe weiter

Rehabilitation
Nepal

Mehr als 8.700 Menschen starben und weitere 22.000 wurden verletzt, als am 25. April 2015 ein Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal erschütterte. Handicap International startete umgehend einen Nothilfe-Einsatz, um den Bedürftigsten zu helfen. Ein Jahr später führen wir die Versorgung der Erdbeben-Opfer weiter fort.

Nirmala et Khembro, wurden während dem Erdbeben schwer verletzt. Ihnen musste jeweils ein Bein abgenommen werden. Im Oktober erhielten sie ihre neuen Prothesen

Nirmala et Khembro, wurden während dem Erdbeben schwer verletzt. Ihnen musste jeweils ein Bein abgenommen werden. Im Oktober erhielten sie ihre neuen Prothesen | © Lucas Veuve / Handicap International

Es ist April 2016. Der Winter in Nepal neigt sich, von einigen besonders hoch gelegenen Regionen abgesehen, dem Ende zu. Nach monatelangen Spannungen hat sich die politische Situation allmählich verbessert. Proteste sind seltener geworden und das öffentliche Leben hat sich wieder normalisiert. Die Blockade entlang der nepalesisch-indischen Grenze wurde aufgehoben und Güter und Treibstoffe gelangen wieder ins Land.

Nepal steht jetzt vor mehreren Herausforderungen: Die neue Verfassung wird nicht von allen gut geheissen; die Vorbereitungen für lokale Wahlen und der Wiederaufbau des Landes haben gerade erst begonnen. Angesichts der umfassenden Aufgaben beim Wiederaufbau arbeitet Handicap International, ebenso wie viele andere internationale Hilfsorganisationen, mit der Regierung zusammen, um die Menschen mit dem zu versorgen, was gebraucht wird.

“Für tausende Menschen ist es jetzt das Wichtigste, ihre Häuser wieder aufzubauen, bevor die Monsun-Regenzeit beginnt. Außerdem müssen sie ihre Arbeit wieder aufnehmen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder andere Einnahmequellen finden, um ihre Lebenssituation wieder zu verbessern. Ein Jahr nach der Katastrophe brauchen viele Menschen weiterhin Hilfe, deshalb setzen unsere Teams ihre Arbeit unbeirrt fort“, erklärt Sara Blin, die Leiterin von Handicap International in Nepal.

Pflege und medizinische Versorgung haben höchste Priorität

Handicap International führt weiterhin Rehabilitationsmassnahmen durch, verteilt Orthesen, Prothesen und Mobilitätshilfen und stellt Ergotherapie-Angebote bereit. Ausserdem haben wir den nachhaltigen Zugang zu diesen Angeboten für Menschen in abgelegenen Regionen verbessert. Um sicher zu stellen, dass auch Menschen in ländlichen Gebieten die Hilfen und Maßnahmen gut nutzen können, haben wir acht mobile Rehabilitationsteams in den Westen Nepals entsandt.

Handicap International hilft darüber hinaus, das staatliche Gesundheitssystem zu verbessern. Wir haben mehr als 200 Angestellte im Gesundheitssektor im Verletzungs- und Trauma-Management fortgebildet, und mehr als 300 in der Pflege tätige Angestellte über den Nutzen von  physischer Rehabilitation geschult.

Inklusion der besonders Schutzbedürftigen

Handicap International setzt ausserdem die Unterstützung für die besonders schutzbedürftigen Menschen  fort, um sicher zu stellen, dass sie in ihre Gemeinden integriert werden, einen besseren Lebensstandard geniessen können und Zugang zu den Hilfeleistungen erhalten, die von humanitären Organisationen bereitgestellt werden. Einen besonderen Fokus legen wir dabei darauf, dass bei den Wiederaufbau-Massnahmen die Bedürfnisse dieser besonders gefährdeten Zielgruppen berücksichtigt werden. Zur Verwirklichung dieser Ziele arbeitet Handicap International mit anderen Hilfsorganisationen und den nepalesischen Behörden zusammen.

Vorbereitungen für den Umgang mit neuen Katastrophen

Da Nepal ein Land mit hohem Erdbeben- und Überflutungsrisiko ist und einige Regionen im Katastrophenfall nur schwer zu erreichen sind, führt Handicap International auch weiterhin Massnahmen durch, die dem Katastrophenschutz und der Vorbereitung auf Naturkatastrophen dienen.

Besonders für die Menschen im Zentrum und im Westen des Landes arbeiten wir daran, den Schutz vor Katastrophen (vor allem Erdrutsche und Überflutungen) zu stärken. Handicap International entwickelt Modelle zur Inklusionder besonders schutzbedürftigen Menschen, um  Gemeinden für die Katastrophenvorosrge zu sensibilisieren und den Einsatz von Frühwarnsystemen voranzutreiben.

So haben wir bereits 280 Mitglieder lokaler Vereinigungen zum Thema Inklusionausgebildet, um sicher zu stellen, dass die Bedürfnisse der Schutzbedürftigsten in den Plänen zur Katastrophenvorsorge berücksichtigt werden.
Handicap International bereitet außerdem Mitarbeitende im Gesundheitssystem auf den Umgang mit grossen Erdbeben vor. Wir bilden die Anbieter von Gesundheitsleistungendarin fort, wie sie in Zukunft auch grosse Opferzahlen in den Krankenhäusern im Tal von Katmandu bewältigen können.

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Nadia Ben Said
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