5 Jahre Syrien-Krieg: Die dramatischen Konsequenzen der Bombardierung von Zivilbevölkerung

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Syrien

Genf, der 9. März 2016. Der Konflikt in Syrien hat ein nie gekanntes Ausmass der Gewalt erreicht, wobei die meisten Opfer dieses Konfliktes unter der Zivilbevölkerung zu finden sind. Ein grosser Teil der schrecklichen Bilanz nach fünf Jahren Krieg erklärt sich aus dem massiven Einsatz von explosiven Waffen, die nach einem Bericht von Handicap International zu 75 % in dicht besiedelten Gebieten verwendet werden. Es ist die Pflicht der internationalen Gemeinschaft, die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu gewährleisten und den Menschen Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen.

Die syrische Bevölkerung muss vor den Explosivwaffen geschützt werden

Die syrische Bevölkerung muss vor den Explosivwaffen geschützt werden | © Frederik Buyckx / Handicap International

In Syrien und den angrenzenden Staaten sind die Teams von Handicap International Zeugen der Tragödie, die syrische Flüchtlinge und Binnenvertriebene täglich erleben ? Opfer eines Konfliktes der sich mit jedem Jahr verschärft hat. „Die physischen und psychologischen Folgen dieses Konfliktes für die Zivilbevölkerung machen mich sprachlos. Ich habe noch nie mit einer solchen Not zu tun gehabt!“, betont Emmanuel Sauvage, der regionale Koordinator im Kampf gegen Minen, mit Sitz in Amman, in Jordanien.

Die Gebiete Syriens, in denen gekämpft wird, sind nur noch ein Ruinenfeld. Die Infrastruktur des Landes (Krankenhäuser, Schulen) ist zerstört. Das hat langfristige Konsequenzen. „Die Zerstörungen durch Bombardierungen und Kämpfe haben ein Ausmass erreicht, wie ich es in meiner gesamten humanitären Laufbahn noch nicht erlebt habe. Ganze Städte sind dem Erdboden gleich gemacht“, erklärt Emmanuel Sauvage.

Laut dem Bericht der Organisation: "The use of explosive weapons in Syria: a time bomb in the making", vom Mai 2015 fanden vier von fünf Angriffe in dicht besiedelten Gebieten statt.

„In Syrien werden internationales humanitäres Recht und die humanitären Prinzipien ständig mit Füssen getreten“, betont Anne Héry, Leiterin für Lobbyarbeit und institutionelle Beziehungen bei Handicap International. „Explosive Waffen, einschliesslich illegaler Waffen wie Streubomben und AntiPersonen-Minen, werden in dicht besiedelten Gebieten benutzt, ohne an den Schutz der Zivilbevölkerung zu denken.. Diese Praxis muss von der Internationalen Gemeinschaft verbindlich und systematisch verurteilt werden!

Handicap International appelliert an die Vereinten Nationen und an alle Staaten, ihre Bemühungen, die Zivilbevölkerung vor den Folgen des Krieges zu schützen, zu intensivieren und ihr ? der Dringlichkeit der Situation angemessen ? Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewährleisten.

Nach Angaben der Vereinten Nationen benötigen 13,5 Millionen Menschen in Syrien humanitäre Hilfe. Mehr als eine Million Menschen wurde verletzt. Ausserdem stellen die vier Millionen Flüchtlinge, die sich bereits an den Grenzen sammeln, eine unhaltbare Belastung für die Bevölkerungen und die Ökonomien der betroffenen Länder dar. Es ist dringend notwendig, dass die Internationale Gemeinschaft mehr investiert, um sie zu unterstützen.

Handicap International hilft den Betroffenen sowohl in Syrien als auch in den Nachbarländern. Über 600.000 Menschen konnte die Organisation seit Beginn der Syrien-Krise durch verschiedene Massnahmen bereits helfen.

Handicap International in der Syrien-Krise

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