„Die Mine warf mich in die Luft und riss mein Bein ab”

Minen und andere Waffen Rehabilitation
Jemen

Raja ist 13 Jahre alt. Beim Schafe hüten in den Bergen trat sie auf eine Landmine, die sie in die Luft schleuderte und ihr ein Bein abriss.

Raja macht ihre Übungen und lernt das Laufen mit der Prothese

Raja macht ihre Übungen und lernt das Laufen mit der Prothese | © Ayman / HI

Raja ist eine junge Schäferin mit 13 Jahren. Sie hütete gerade die Schafe mit ein paar Freunden, als sie auf eine Landmine trat, die halb vergraben in der Erde lauerte. Bei der heftigen Explosion wurde sie mehrere Meter in die Luft geschleudert und verlor ihr Bein.

Bereit für die Prothese

Nachdem sie ins nächstgelegene Gesundheitszentrum gebracht worden war, mussten die Krankenpfleger zunächst die starke Blutung stoppen. Dann wurde sie zur Operation ins Krankenhaus nach Sana‘a transportiert. Die Chirurgen achteten bei der Operation darauf, dass der Stumpf die passende Form hat, um später eine Prothese tragen zu können.

Depressionen nach der Operation

Gleich nach ihrer Operation bekam Raja einen Rollstuhl von Handicap International. Da sie an Depressionen litt und ständig voller Wut war, erhielt sie auch Unterstützung durch einen Psychologen. Nur zwei Monate später, nachdem der Stumpf gut verheilt war, wurde dem Mädchen eine Prothese angepasst. Wieder auf die Beine zu kommen hatte einen sehr positiven Einfluss auf ihre geistige und seelische Verfassung.  

Die Opfer leben in Armut

Raja stammt aus einer sehr armen Familie, die ihr einziges Einkommen durch den Anbau von Kath erzielt, einem Strauch, dessen Blätter im Jemen sehr viel wert sind. Das Einkommen durch die Ernte ist aber kaum genug, um ihre Eltern und zehn Geschwister zu ernähren. Ohne die Unterstützung durch HI hätten Rajas Verletzungen weitreichende Folgen für die ganze Familie gehabt. 

Lange Strecken laufen

Im Dezember schloss Raja ihre Physiotherapie erfolgreich ab, mit deren Hilfe sie sich an ihre Prothese gewöhnen konnte. Seither fühlt sie sich beim Laufen sicher. Endlich fallen die Sorgen von ihr ab und sie kann auch längere Strecken meistern. Man kann beobachten, wie es ihr jeden Tag besser geht und sie wieder voller Energie und Lebensfreude steckt. 

Zurück in die Schule

Rajas Zeit mit HI hat in ihr eine neue Berufung geweckt: „Ich bin froh, dass ich meine Ängste überwunden habe, ich wieder unterwegs sein und laufen kann. Jetzt will ich zurück nach Hause, zu meinen Freunden und in mein normales Leben. Ich würde wirklich gerne zur Schule gehen. Schon vor dem Unfall hatte ich vor, nächstes Jahr die Schule zu besuchen. Dieses Ziel will ich erreichen und dann für eine humanitäre Organisation arbeiten, damit ich anderen Menschen helfen kann. So wie das Team von HI mir geholfen hat.“
 

Einsatzländer

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Nadia Ben Said
Verantwortliche Medien
(FR/DE/EN)

Tel : +41 22 710 93 36
n.ben-said@hi.org

HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Streubomben Monitor 2019 : Streubomben töten weiterhin Zivilisten
©A. Gelebart-20 minutes / HI
Minen und andere Waffen

Streubomben Monitor 2019 : Streubomben töten weiterhin Zivilisten

Der am 29. August veröffentlichte Bericht 2019 des Streubomben Monitors zeigt, dass auch 2018 weiterhin Angriffe mit Streumunition in Syrien stattgefunden haben. Weltweit wurden mindestens 149 Menschen in insgesamt acht Ländern und einem Gebiet durch diese Waffen getötet oder verletzt. Da bis zu 40 Prozent dieser Waffen beim Aufprall nicht explodieren, haben die Angriffe zu einer starken Verseuchung mit explosiven Überresten geführt. Diese stellen eine tödliche und langfristige Bedrohung für die lokale Bevölkerung dar. 

Vom 2. bis 4. September findet in Genf die Konferenz der Mitgliedsstaaten des Oslo-Vertrags statt, der den Einsatz von Streumunition verbietet. HI fordert die Staaten auf, geltendes internationales Recht durchzusetzen und den Einsatz dieser menschenfeindlichen Waffen systematisch zu verurteilen.
 

HI hilft über 85.000 Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch
© Abir Abdullah / HI
Nothlife Rehabilitation

HI hilft über 85.000 Rohingya-Flüchtlingen in Bangladesch

Auch zwei Jahre nach dem massiven Zustrom von geflüchteten Rohingya nach Bangladesch ist HI mit Nothilfeprojekten vor Ort im Einsatz.

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls
© Gilles Lordet / HI
Nothlife Rehabilitation

Humanitäre Hilfe: Eine Geschichte des Mitgefühls

Tichaona Mashodo leitet das mobile Einsatzteam im Südsudan. Im Interview blickt er auf die letzten zehn Jahre seines humanitären Engagements zurück.